KOMMENTAR · ORGANVERGABE: Klare Regeln, genaue Kontrolle

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Nach Skandalen beweisen Politiker gern ihre Tatkraft, indem sie alle Beteiligten an einen Tisch rufen und der staunenden Öffentlichkeit gleich Lösungen präsentieren. So war das auch gestern im Bundesgesundheitsministerium. Ganze zwei Stunden hatten 16 Vertreter von Politik und Gesundheitswesen Zeit, um sich über Konsequenzen aus dem Organspendeskandal zu unterhalten. Da lässt sich leicht vorstellen, wie intensiv sie über die Probleme diskutieren konnten. Anschließend drängten alle 16 vor die Journalisten, um ihre Erkenntnisse zu präsentieren.

Vieles davon ist wenig überraschend. Insbesondere, dass es wenig bringt, für die Organvergabe eine neue Behörde zu gründen. Entscheiden müssen immer Ärzte, dazu unter großem Zeitdruck. Das kann ihnen kein noch so schlauer beamteter Jurist abnehmen. Sehr wohl aber hat der Staat dagegen für klare Spielregeln zu sorgen und ihre Einhaltung zu kontrollieren.

Manches wurde schon mit der Novelle des Transplantationsgesetzes eingeführt, die gerade am 1. August in Kraft getreten ist, etwa die stärkere Mitsprache der Länder. Auf die Einschaltung von mindestens drei Ärzten - davon einem, der mit dem Verfahren nichts zu tun hat - hätte die Politik auch früher kommen können. Denn je weniger Mediziner an dem Verfahren beteiligt sind, desto größer ist die Gefahr von Manipulationen.

Sehr schnell ertönt der Ruf nach härteren Strafen. Doch müssen diese auch tatsächlich praktiziert werden. Für das Entziehen der Approbation, also der ärztlichen Zulassung, ist mit gutem Grund der Staat zuständig und nicht die Ärzte selbst. Er muss diese Möglichkeit aber auch nutzen.

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