Kommentar · NORDKOREA: Weitverbreite Ohnmacht

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Schon wieder Nordkorea. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gelingt es dem Regime des herabgewirtschafteten Arbeiterstaats die Welt in Atem zu halten. Gestern hat Nordkorea eine Langstreckenrakete mit einem Satelliten ins All geschossen. Dieses Mal offensichtlich mit Erfolg.

Die Aufregung ist berechtigt. Das Regime in Pjöngjang demonstriert, dass es technisch imstande ist, nicht nur seine Nachbarn, sondern auch die USA und das ferne Europa zu beschießen.

Und was fast ebenso erschreckend ist: Die internationale Staatengemeinschaft hat dem nur noch wenig entgegenzusetzen. Vielmehr gleicht ihr Vorgehen längst einem Ritual: Südkorea, Japan und die USA regen sich lautstark auf, der UN-Sicherheitsrat kommt zu Sondersitzungen zusammen, die Sanktionen werden verschärft. Das Regime in Pjöngjang schert sich dennoch einen Dreck. Umso lauter sind nun aus den USA die Stimmen, den Druck auf China zu erhöhen. Die chinesische Regierung solle gefälligst die Sanktionen konsequent umsetzen und jeglichen Handel stoppen.

Politisch lässt sich Pjöngjang von seinem einstigen Bruderstaat schon seit einiger Zeit nichts mehr sagen. Zwischen beiden Seiten herrscht Eiszeit. Nach Pjöngjangs zweiten Atomtest 2013 hatte China die wirtschaftliche Zusammenarbeit gestoppt. Doch das schadete vor allem Nordkoreas Bevölkerung. Das Regime hingegen konnte sein Atom- und Raketenprogramm unbeirrt fortsetzen. Völlig zu Recht ließ China deshalb den Handel wieder zu. Die bittere Wahrheit: Auch Peking ist gegenüber Pjöngjang machtlos. Das macht die Lage so bedrohlich.

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