KOMMENTAR · MAPPUS: Klotz am Bein

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So schnell ist lange kein CDU-Stern verglüht wie Stefan Mappus. Nun könnte er mitsamt seinem Kumpanen Notheis sogar hinter Gittern landen, weil der überhastete Milliardendeal mit Frankreichs Stromversorger EdF gesetzwidrig war. Untreue - das ist ein Maximalvorwurf für einen Ministerpräsidenten, der geschworen hat, er werde seine "Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden. . .".

Den Schaden trägt zunächst einmal das Land, sprich alle Baden-Württemberger. Es wurden Millionen aus der Landeskasse verschleudert durch unkorrektes kaufmännisches Gebaren. Der Versuch der grün-roten Regierung, zumindest einen Teil der für die ENBW-Anteile ausgegebenen fast 4,7 Milliarden per Schiedsgerichtsverfahren zurückzuholen, tut weder dem Verhältnis zum französischen Nachbarn noch zum Miteigentümer OEW gut.

Schwer kollateralgeschädigt schleppt sich auch die CDU über das Schlachtfeld. Mit der verlorenen Landtagswahl ist die Schuld lange noch nicht getilgt. Ihr einstiger Hoffnungsträger hängt ihr als Klotz am Bein, Ermittlungen und womöglich Prozess können sich zäh ziehen. Die Christdemokraten müssen aus dem Debakel auch die Lehre ziehen, dass es ein Kardinalfehler ist, sich mit Haut und Haaren einem Spitzenkandidaten zu verschreiben. Denn jegliche parteiinterne Willensbildung wurde in der kurzen Mappus-Epoche ins Staatsministerium delegiert.

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