KOMMENTAR · MANAGERGEHÄLTER: Auswüchse stoppen

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Die Schweizer Jungsozialisten sind mit ihrer Initiative gescheitert, die Managergehälter in der Alpenrepublik zu begrenzen. Eine Rolle mag gespielt haben, dass die Gehälter und Boni von Top-Managern börsennotierter Konzerne im Frühjahr bekanntgegeben werden, und es im Herbst kaum neue Nachrichten zu dem Thema gibt. Neun Monate ist es her, dass das obszön hohe Abfindungsangebot des Pharmariesen Novartis von 58 Millionen Euro an seinen Verwaltungsratspräsidenten Daniel Vasella breite Empörung hervorrief. Solche Exzesse erschüttern das Vertrauen in die gesamte Wirtschaft.

Zweifelsohne haben die Jungsozialisten den Zeitpunkt der Volksabstimmung schlecht gewählt. Doch all jene, die Managergehälter in Millionenhöhe als Ausdruck der freien Wirtschaft sehen, sollten sich nicht zu früh freuen. Weit über die Schweiz hinaus ist eine Diskussion in Gang gekommen über die Höhe angemessener Vergütungen. Die EU erwägt nach dem Schweizer Vorbild, dass Abfindungen und Gehälter künftig von den Aktionären genehmigt werden müssen.

Das planen Union und SPD auch für Deutschland. Viel wirksamer ist aber ein anderer Punkt der Koalitionsgespräche: Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen sollen künftig ein Maximalverhältnis festlegen zwischen Vorstandsbezügen und Beschäftigten. Damit dürften die Zeiten vorbeigehen, in denen ein VW-Chef Martin Winterkorn mit einem Jahresgehalt von 16,6 Millionen 190mal mehr verdient als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Wenn der Gehaltsfaktor dafür sorgt, dass solche Auswüchse gestoppt werden und es etwas gerechter bei der Entlohnung zugeht, wäre schon viel gewonnen.

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