KOMMENTAR · LINKE: Die Alternative

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Die Linken haben sich zusammengerauft. Vor einem Jahr waren sie wieder einmal fast am Ende. Aber die Partei ist zäher, als selbst manche ihrer Mitglieder dachten. Sie ist sogar wieder diskussions- und handlungsfähig geworden. Die Widersprüche sind nicht verschwunden. Aber vorerst gelingt es den Genossen, ziemlich vernünftig darüber zu diskutieren.

Die Linken haben nun - nach überstandenem innerparteilichen Hader - Muße, sich umzuschauen und festzustellen, dass vieles von dem, was sie seit langem fordern, Einzug in die Wahlprogramme anderer Parteien gefunden hat. Mindestlohn, Einschränkung der Hartz-IV-Zumutungen, Mietbegrenzungen, Entfristung von Arbeitsverträgen und so manches mehr sind - zumindest im Wahlkampf - fast schon thematisches Allgemeingut geworden. Wer immer noch behauptet, Opposition sei Mist, der schaut nicht richtig hin.

Das ist aber auch ein Dilemma für die Linken. Darauf zu pochen, der Wähler möge doch das soziale Original wählen, ist nicht gerade mitreißend. Den Linken bleibt noch die komplette Ablehnung der Bundeswehr-Auslandseinsätze. Aber in Zeiten des Rückzugs aus Afghanistan trägt dieses Thema allein auch nicht durch den Wahlkampf.

Aber die anderen Oppositionsparteien helfen, ohne es zu wollen. Ihre demonstrative Zurückweisung einer Zusammenarbeit mit den linken Parias im Bund bei gleichzeitiger Zustimmung zu den wichtigsten Vorlagen der Regierung geben Gysi & Co. die Möglichkeit, sich als einzige Alternative zu verkaufen. Und für den inneren Zusammenhalt der Linken ist nichts besser, als in den Clinch mit Sozialdemokraten und Grünen zu gehen.

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