KOMMENTAR · KFZ-PRÜFUNG: In die Schublade

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Keine Frage: Jedes Todesopfer auf unseren Straßen ist eines zu viel. Das gilt auch für Schwerverletzte. Wenn jedoch nur sieben von 1000 Unfällen mit Personenschäden auf technische Mängel zurückzuführen sind, ist klar, dass kürzere Prüfintervalle nicht an erster Stelle stehen können, um Unfallschäden zu reduzieren. Es ist an den 993 übrigen Ursachen anzusetzen.

Abkommen von der Fahrbahn, überhöhte Geschwindigkeit in Kurven, Missachten der Vorfahrt, Unaufmerksamkeit beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren - da liegt das Fehlverhalten, das zu den meisten Verletzten und Toten führt. Und die Erkenntnisse der Statistiker findet fast jeder Verkehrsteilnehmer täglich bestätigt. Mit mehr Rücksichtnahme, weniger Beharren auf dem "Zuerst komm ich", einer trotz Eile größeren Gelassenheit, die Abkehr vom Rasen und Drängeln, wo sie erkennbar nichts bringen, sind die notwendigen Verhaltensweisen, um den Straßenverkehr sicherer zu machen.

Deshalb darf EU-Kommissar Siim Kallas seine Vorschläge zu kürzeren Tüv-Intervallen in die Schublade legen. Sie spülen nur den Prüfgesellschaften jährlich zusätzliche dreistellige Millionenbeträge in die Tasche. Er könnte sich aber für eine Aktion starkmachen, die Autofahrer zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr auffordert. In den 1970er Jahren gab es dies schon einmal, wenn auch etwas altbacken. Danach herrschte aber weniger Wildwest auf unseren Straßen.

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