KOMMENTAR · HEBAMMEN: In der Existenz bedroht

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Die Einigung zwischen Krankenkassen und Hebammen verdient diesen Namen kaum. Denn das, was nun als Einigung verkauft werden soll, ist nicht mehr als die Wiederherstellung des Status quo vor der Erhöhung der Haftpflichtprämien. Die Geburtshelferinnen erhalten von den Kassen lediglich einen finanziellen Ausgleich für ihre brutal angestiegenen Versicherungskosten. Und dazu sind die Kassen gesetzlich verpflichtet.

Am Grundproblem aber, der miserablen Bezahlung der Hebammen, ändert sich weiter nichts. Die Fronten sind verhärtet. Mit einem mageren Stundenlohn von 7,50 Euro sollen sie auskommen. Eine Erhöhung auf 10 Euro wird von den Kassen als vermessen abgetan.

Da kann etwas nicht stimmen. Denn die Lage hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch zugespitzt: Immer mehr Geburtshelferinnen haben wegen der miesen Bezahlung ihren Job aufgegeben. Wenn nicht schleunigst etwas passiert, ist dieser Berufsstand vom Aussterben bedroht. In einigen Kreisen ist der Mangel schon jetzt deutlich spürbar. Im Großraum Stuttgart beispielsweise finden Schwangere kaum noch eine Wochenbettbetreuung. Und das birgt erhebliche Risiken, denn gerade in dieser sensiblen Zeit brauchen Frauen gute Betreuung.

Und was macht die Politik? Die schaut in aller Seelenruhe zu. Der liberale Gesundheitsminister Daniel Bahr appelliert zwar pflichtschuldig an die Kompromissbereitschaft der beiden Verhandlungspartner. Ansonsten hält er sich aber vornehm zurück. Das reicht nicht mehr aus. Hier ist ein Einschreiten zugunsten der Hebammen längst überfällig - sonst gibt es die bald nicht mehr.

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