KOMMENTAR · GYMNASIEN: Ministerin in der Pflicht

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Es kommt, wie es kommen musste: 22 Gymnasien im Land, die am G 9-Schulversuch teilnehmen, können sich kurz vor den Osterferien vor Anmeldungen kaum retten. Deutlich mehr Schüler als im Kultusministerium erwartet, wollen in neun statt in acht Jahren zum Abitur. Das freilich war schon unter der alten Mappus-Regierung so. SPD und Grüne schlugen, seinerzeit noch in der Opposition, daraus Kapital.

Jetzt fühlt man sich ungut an die alten Zeiten erinnert. Damals gehörte es zum Politikverständnis der großen, selbstgefälligen Regierungspartei, stets dann zu mauern, wenn das Volk etwas nicht erfahren sollte. Heute ist es die SPD-Kultusministerin, die den Schulleitern einen Maulkorb verpasst: Die Rektoren müssen darüber schweigen, wie mächtig der Ansturm ist, weil Grün-Rot darauf nicht vorbereitet ist.

Das wiederum liegt am größeren Koalitionspartner. Die Grünen bremsen aus Kostengründen und wollen statt des G 9-Versuchs das G 8 reformieren. Hier allerdings ist zu fragen: Wie weit ist es her mit der

viel zitierten Politik des Gehörtwerdens? Will man die große Nachfrage ignorieren? Fasst man womöglich ins Auge, die begehrten Schulplätze zu verlosen?

Mehrfach ist zuletzt Kritik an der Amtsführung der Kultusministerin geäußert worden - längst nicht immer zu Recht. Den Eindruck mangelnder Professionalität muss sie jetzt allerdings schnell widerlegen. Die Eltern haben ein Recht zu wissen, wie es weitergeht. Für die Opposition gibt es übrigens keinerlei Anlass zur Häme. CDU und FDP waren es, die durch den überstürzten und miserabel vorbereiteten Start des G 8 die Ursache für all den Verdruss schufen.

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