KOMMENTAR · GRÜNE: Keine Automatismen

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Werner Winkler? Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl? Im Duett mit Claudia Roth oder Renate Künast gar? Nein, soweit wird es sicherlich nicht kommen. Aber der unbekannte Provokateur aus dem schwäbischen Waiblingen hat es zumindest geschafft, das ganze Geeiere rund um die Doppel-Personalie für jeden augenfällig zu machen.

Das von Roth angeschubste Personalkarussell dreht sich längst. Ohnehin war es reines Wunschdenken der Urwahl-Gegner, dass nur zwei Bewerber für das quotierte Kandidatenduo den Finger strecken und ein Parteitag die Auserwählten lediglich noch feierlich abnickt. In der Grünen-Spitze gibt es derzeit keine Führungspersönlichkeiten wie es Joschka Fischer einst eine war - und dem entsprechend auch keine Automatismen. Der Machtkampf war programmiert - zwischen Realos und linkem Flügel, zwischen Männern und Frauen, zwischen Fraktion und Partei. Er nimmt derzeit weiter an Fahrt auf, auch ohne Werner Winkler. Die Grünen kommen nicht umhin, die gesamte Partei einzubeziehen. Sie stehen im Wort. Und die formalen Hürden für eine Urwahl sind nicht so hoch, als dass es daran scheitern könnte.

Wer als die Grünen sollte Basisdemokratie auch mal wieder demonstrieren? Angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch die Piraten dürfte eine Mitgliederabstimmung der Partei eher guttun. Die Kehrseite: Kurzfristig geraten die Inhalte ins Hintertreffen, es dreht sich alles nur noch um Personen. Und das unmittelbar vor wichtigen Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Roth wird mit dem Vorwurf leben müssen, die notwendige Debatte zu früh angestoßen zu haben.

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