KOMMENTAR · ENBW: Schweres Erbe

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Vom Plus zum Minus und wieder zurück: Was der Wechselstrom blitzschnell schafft, ist für die ENBW, die ihn produziert, ein mühsames Geschäft. Noch vor wenigen Jahren war der Konzern höchst lukrativ, und anfangs sah es so aus, als ließe sich sogar die Energiewende locker mit den Gewinnen aus den alten Meilern finanzieren.

Aber nach der Atomkatastrophe in Japan folgte das rasche Aus für die Hälfte der Produktionskapazität, die ENBW rutschte in Minus. Auf Vorstandschef Frank Mastiaux lastet nun ein schweres politisches Erbe: Er muss einen Gemischtwarenladen in sinnvolle Einheiten überführen. Er muss Gewinn machen, damit sich der unsinnige staatliche Aktienkauf nicht auch noch für den Steuerzahler zum Verlustgeschäft ausweitet, und er muss weg vom bisherigen Image.

Das ist besonders schwer, weil die Kommunen ihre Netzhoheit verteidigen und mit dem Großkonzern bestenfalls zur friedlichen Koexistenz, aber kaum zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit bereit sind. Ob die ENBW damit bundesweiter Vorreiter einer geglückten Energiewende wird, wie es der grüne Umweltminister vorgab, wird man sehen, wenn Mastiaux seine Management-Lyrik mit konkreten Maßnahmen unterlegt. Besser: Wenn sich rasch zeigt, dass Mastiaux Vorstellungen der Realität standhalten. Bislang gibt es nur die Erkenntnis, dass es ein Weiter-so nicht gibt. Der Chefposten bei der ENBW war schon leichter auszufüllen.

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