KOMMENTAR · DROGEN: Muster ohne Wert

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Verlässliche Aussagen zur Entwicklung der Rauschgiftkriminalität zu machen, ist einigermaßen schwierig. Die Polizei selbst spricht von einer Holkriminalität; unternimmt sie viel, steigen die Zahlen, macht sie wenig, sinken sie - die Realität auf dem Drogenmarkt wird dadurch aber nur sehr unzureichend wiedergegeben.

Auch die Angaben der Drogentoten ist nur von eingeschränkter Aussagefähigkeit und letztlich ein Muster ohne Wert. Sie variieren und sind abhängig von vielen Faktoren wie Preis, Qualität, Verfügbarkeit und verändertem Konsumverhalten. Freudengesänge anzustimmen auf die eigene Politik, verbietet sich angesichts der fast 1000 an ihrer Sucht gestorbenen Menschen.

Viel interessanter sind derweil die Zahlen der Polizei über die erstmals wegen Rauschgiftkonsum aufgefallenen Personen, die sowohl bei harten als auch bei synthetischen Drogen exorbitant angestiegen sind. Von einer Entspannung am Drogenmarkt kann keine Rede sein in einer Gesellschaft, in der der Faktor Spaß und die Lust am Rausch auf der einen, der Leistungsdruck und die soziale Kälte auf der anderen Seite immer größer werden.

Eine ganz entscheidende Rolle spielt unterdessen sowieso eine andere Zahl. Das meiste in Zusammenhang mit Drogen aufgewendete Geld wird in Deutschland für die Repression ausgegeben, nur ein kleiner Teil für Prävention und Hilfe. Und genau darin liegt das Problem. Süchtige werden immer noch in erster Linie als Kriminelle gesehen und nicht als Kranke, die Hilfe brauchen. Hierfür Erfolgszahlen vorzulegen, verdiente freudige Gesänge. Die aber können aufgrund der jetzt vorgelegten Statistik nicht angestimmt werden.

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