Kommentar · BUNDESLIGA-TRAINER: Harte Probe für den Neuling

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Mit nur 28 Jahren, dem Alter von vielen Berufseinsteigern, ist Julian Nagelsmann mit der Beförderung zum Bundesligacoach bei 1899 Hoffenheim bereits auf der höchsten Karrierestufe im deutschen Vereinsfußball angekommen. Die Gegensätze zum "Knurrer" Huub Stevens könnten nicht größer sein, und doch passen sie in einen Trend: junge Tüftler an die Seitenlinie zu stellen, die zum Teil nicht einmal die Fußballlehrer-Akademie verlassen haben.

Wo früher Titel und Tore zur Qualifikation für einen Trainerjob gehörten, bekommen jetzt vermehrt Spieler eine Chance, die den Durchbruch nicht geschafft haben und es jetzt auf eine andere Weise ganz nach oben schaffen wollen. Mit Erfolg: Während sich die Ex-Weltmeister Lothar Matthäus oder Jürgen Kohler im Trainerwesen nicht etablieren konnten, hat die "Generation Laptop" bewiesen, dass sie mehr kann als graue Theorie. Thomas Tuchel überzeugte mit modernem Tempofußball in Mainz ebenso wie nun bei Bayern-Jäger Dortmund, und Roger Schmidt, ehemals Regionalligaspieler, führte Leverkusen ins Achtelfinale der Champions League. Sie brachten frischen Wind in die Bundesliga und sind auch ein Grund für ihre heutige Attraktivität.

Dass Trainer-Jungspunde aber auch Abstiegskampf können, hat sich bislang noch nicht gezeigt. Und die Gefahr, dass Neuling Nagelsmann beim Tabellenvorletzten Hoffenheim verbrannt wird, ist groß. Wenn es hart auf hart kam, wurde bislang gerne auf erfahrene Motivationskünstler zurückgegriffen. Wie vor zwei Jahren, als Thomas Schneider beim VfB Stuttgart ausgerechnet von seinem Gegenentwurf beerbt wurde: "Knurrer" Huub Stevens.

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