KOMMENTAR · BÖRSENFUSION: Widerstände unterschätzt

|

Rund 100 Millionen Euro soll die Deutsche Börse ausgegeben haben, für Anwälte, für Berater, für Marketing, um die Fusion mit der New Yorker Börse endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Eine Anzeigenkampagne mit Finanzexperten und Prominenten wurde geschaltet. Es hat nicht gereicht.

Kritische Stimmen gab es nicht nur im Betriebsrat der Deutschen Börse, der mehrere hundert Arbeitsplätze bedroht sah. Die Furcht ging um, dass die Börse in Frankfurt und der Finanzplatz von den Managern in New York bestimmt würden. Zu recht.

Reto Francioni hat die Widerstände gegen die mit überschäumender Euphorie angekündigte Fusion unterschätzt. Der Schweizer spricht von einem schwarzen Tag für Europa. Der Chef der Börse übertreibt. Maßlos. Für das deutsche Finanzzentrum muss das Nein aus Brüssel kein Rückschlag sein.

Als die New Yorker 2008 mit der Pariser Börse Euronext fusionierten, sahen die Franzosen ein Zusammengehen auf Augenhöhe. Davon ist heute keine Rede mehr. Der Finanzplatz Paris spielt in Europa allenfalls die zweite Geige.

Die Deutsche Börse kann gestärkt aus der geplatzten Fusion hervorgehen. Sie ist solide, hat wichtige Partner in Asien. Ob Francioni nach dem dritten gescheiterten Fusionsvorhaben weiter der richtige Mann an der Spitze ist, muss sich allerdings zeigen. Gestern ließ der Schweizer solche Fragen nicht zu. Souveränität sieht anders aus.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen