KOMMENTAR · BEUTEKUNST: Streit lag in der Luft

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Bis zu einer Million im Krieg aus Deutschland verschleppte Kunstobjekte sollen in russischen Depots liegen - es geht nicht um ein Nasenwasser im Grundsatzstreit über die Beutekunst. Zumal Kriegsverlierer Deutschland die geraubten Schätze 1945 bald wieder los war.

Doch diese Ausgangslage ist nicht neu. Also mutet es schon seltsam an, dass der Zwist jetzt neu hochkocht und den Russland-Besuch der Kanzlerin überschattet. Zumal die im Zentrum des Geschehens stehende Ausstellung in der Eremitage in St. Petersburg kulturell bemerkenswert und auch politisch ein Schritt voran ist: Die dort - neben anderen - gezeigten Objekte, die russische Soldaten aus Deutschland verschleppt haben, gelangen immerhin aus den Museumskellern ans Licht der Öffentlichkeit.

Angela Merkel freilich achtet bei Besuchen in nicht unseren demokratischen Vorstellungen entsprechenden Ländern sorgsam darauf, unterdrückten demokratischen Bewegungen und unbequemen Themen nicht ganz aus dem Weg zu gehen. Gerade bei Visiten in kommunistischen Ländern erfüllt sie damit Erwartungen, die in CDU und CSU gehegt werden. Und weil Russlands starker Mann Wladimir Putin derzeit ziemlich auf Krawall mit dem Westen gebürstet ist, lag Streit in der Luft.

Der Eklat wurde zwar in letzter Minute vermieden. Die Erinnerung, dass ein Rückfall in Zeiten des kalten Krieges nicht ausgeschlossen ist, wurde jedoch aufgefrischt.

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