KOMMENTAR · ALTERSARMUT: Ehernes Prinzip

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Entscheidend für die Höhe der Rente sind die Beiträge während des Berufslebens - und damit der Verdienst. Das ist das eherne Prinzip des deutschen Rentensystems, und das mit gutem Grund. Es gibt letztlich nur eine Alternative: die Einheitsrente, und die wäre extrem leistungsfeindlich.

Wer sich wundert, dass nach Jahrzehnten als Minijobber nur eine Minirente herauskommt und damit Altersarmut, ist entweder unglaublich naiv oder missachtet absichtlich die Grundfesten des Rentensystems. Jede Frau und jeder Mann, der sich auf einen solchen Berufsweg einlässt, muss das wissen, und zwar von vornherein. 400-Euro-Jobs waren nie als Basis für ein auskömmliches Leben gedacht. Schon während des Berufslebens bewahren sie nicht vor Armut. Um das zu erkennen reicht der Blick auf den Hartz-IV-Satz, der samt Wohnungsmiete im Schnitt knapp 700 Euro beträgt. Dass es Dauer-Minijobbern plötzlich im Alter besser gehen soll, ist schlicht absurd.

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat mit ihrer Idee der Zuschussrente nicht Frauen mit Dauer-Minijob im Auge, sondern solche, die zumindest Teilzeit gearbeitet haben. Selbst da hebelt sie ein Stück weit die Beitragsbezogenheit der Rente aus und kratzt so an der Gerechtigkeit. Mancher, der nach einem Berufsleben mit Vollzeitjob auch nur 850 Euro Rente bezieht, fragt sich, warum er brav jahrzehntelang Rentenbeiträge gezahlt hat.

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