KOMMENTAR · ÄGYPTEN: Die Leviten gelesen

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Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Teheran wurde er noch hofiert und gefeiert. Wenige Stunden später sorgte der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi - zusammen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon - dafür, dass die ausgetüftelte iranische Gipfelchoreographie zu diplomatischem Staub zerfiel.

Noch nie zuvor haben ein arabischer Staatsmann und der UN-Generalsekretär der versammelten iranischen Führung vor laufenden Kameras und direkt ins Angesicht so die Leviten gelesen. Vorbei sind die Hoffnungen Teherans, das politische Gerippe der Blockfreien Bewegung wieder zu neuem Leben zu erwecken und unter seiner Führung zu einem Machtinstrument aufzubauen gegen den Westen und den UN-Sicherheitsrat. Denn Irans Politik und ihrer verbohrten Rhetorik mag auf dem Globus kaum noch jemand folgen, auch nicht aus den Reihen der Blockfreien.

Mit Blick auf die arabischen Revolutionen brüstet sich das Regime als Pate und Vorbild, schwadroniert gelegentlich sogar von sich als der führenden Demokratie auf Erden. Gleichzeitig sitzen daheim tausende Oppositionelle hinter Gittern und laufen Waffenlieferungen an den befreundeten Schlächter Baschar al-Assad.

Vom westlichen Ausland fordert das Regime mehr Respekt. Gleichzeitig droht es dem Staat Israel, ihn wie ein Krebsgeschwür aus der Landkarte der Region zu schneiden. Der Gipfel jedenfalls hat Teheran nicht den ersehnten internationalen Aufwind beschert. Stattdessen hat er mit einem Schlag offenkundig gemacht, wie isoliert und mental abgeschottet die Islamische Republik vom Weltgeschehen ist.

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