Klimaschutzplan: Gabriel drückt Industrie-Rabatt durch

|

Die Bundesregierung hat sich nach langem Hickhack auf einen Klimaschutzplan bis 2050 geeinigt. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) muss nun nicht mit leeren Händen zum Weltklimagipfel nach Marrakesch fahren.

Allerdings drückte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gegen Hendricks’ Willen einen Rabatt für die Industrie durch. Bis 2030 darf die die Industrie nun 140 bis 143 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, wie aus dem Plan hervorgeht. Das sind etwa 10 Millionen Tonnen mehr als zuletzt von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgesehen. Im Gegenzug muss nun Hendricks im eigenen Ressort bei der Gebäudeeffizienz um die acht Millionen Tonnen extra einsparen. Die restliche Einsparung, um den Industrie-Rabatt auszugleichen, sollen aus anderen Wirtschaftsbereichen wie etwa Abfall und Abwasser kommen.

Die heftig umstrittene Kohle-Kommission soll im Jahr 2018 unter Federführung des Gabriel-Ministeriums starten – aber formal stark verwässert. Sie wird anders heißen und soll „Strukturwandel“ in Wirtschaft und Klimaschutz unter einen Hut bekommen. Von einer „Vollendung der Energiewende“ ist keine Rede mehr. Zum schrittweisen Braunkohle-Ausstieg bekennt sich die Regierung aber an anderer Stelle des 90-seitigen Textes. Auch der Verkehrs­bereich soll deutlich weniger Kohlendioxid ausstoßen. dpa

Kommentar

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

12.11.2016 07:34 Uhr

Können wir uns das noch leisten?

Wer bei den nun nicht mehr zu leugnenden Anzeichen einer Existenz gefährdenden Klimaveränderung bei den ebenso schmerzhaften wie dringlichen Korrekturen bremst, muss sich fragen lassen, ob sich sein Verstand noch in der nun nicht mehr so konfortablen Realität bewegt. Für das eher alberne Schulterklopfen der hier Begünstigten wird amn nicht allzulangge stolz sein können, auch wenn sich das Ego noch so angenehm getätschelt fühlt. Wer zu spät reagiert, dem nützen die besten Einsichten nichts mehr, die im persönlichen Tagebuch bestenfalls schmückende Wirkungen entfalten können. Wenn die Menschheit überleben will, wird es von jedem auch nnoch so Einzelnen abhängen, ob der schützende Gletscher der Einsicht weiter schmilzt oder wieder Stabilität bekommt durch gedankliche Nüchternnheit, die mit dem dafür unverzichtbaren Horizont unterwegs ist. Wirtschaftsminister Gabriel tut sich längerfristig betrachtet einen Bärendienst mit seinen konzillianten Anbiederungen, die auch seiner Autorität keinen Spielraum mehr zulassen.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Vollsperrung der A 8 in Richtung München nach schwerem Unfall

Am frühen Freitagmorgen ist es auf der Autobahn 8 bei Leipheim zu einem schweren Unfall zwischen zwei Autos und einem Lkw gekommen. Dabei wurden zwei Personen lebensgefährlich verletzt. Die Autobahn in Richtung München musste für mehrere Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. weiter lesen