Kehrt die „Landshut“ nach Deutschland zurück?

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Die „Landshut“ auf dem Flugzeugfriedhof im brasilianischen Fortaleza.  Foto: 

Auf dem Flugzeug wächst Moos, die Cockpitscheiben liegen unter einer dicken Schicht Dreck. Das vielleicht berühmteste deutsche Flugzeug der Nachkriegszeit, die „Landshut“, verrottet auf dem brasilianischen Flugzeugfriedhof in Fortaleza vor sich hin. Es sind traurige Bilder, die Jürgen Vietor zu sehen bekommt. Der frühere Lufthansa-Pilot, der seit 20 Jahren in der Nähe von Hamburg lebt, hat jüngst für eine Dokumentation sein ehemaliges Flugzeug besucht.

Im Oktober jährt sich zum 40. Mal das Entführungsdrama, das 1977 die 90 Passagiere, die Besatzung der „Landshut“ und die ganze Welt in Atem hielt. Dann die große Erleichterung, als die GSG 9 im somalischen Mogadischu die Geiseln befreite und drei der vier palästinensischen Entführer tötete. Es war der Beginn des fast schon legendären Rufes des Spezialkommandos.

Jetzt rückt auch das Schicksal des Flugzeugs wieder in das Blickfeld der Medien. Spätestens im Oktober, wenn all die Spielfilme und Dokumentationen auf die Bildschirme zurückkehren, wird auch die Frage gestellt werden: Was ist eigentlich aus der Landshut geworden? In Fortaleza gibt es die Antwort.

Bis 2008 war das Flugzeug im Dienst. Zunächst bis 1985 noch im regulären Linienbetrieb der Lufthansa, von 2002 bis Januar 2008 bei der brasilianischen TAF Linhas Aéreas, ehe das Flugzeug nach 38 Betriebsjahren und etwa 60 000 Flügen in den Ruhestand ging.

Es gibt Berichte über angebliche Pläne des Auswärtigen Amtes, das Flugzeug zurück nach Deutschland zu holen. Inzwischen melden sich Museen, Politiker und Flugzeugliebhaber zu Wort. Sie alle wollen, dass die Landshut zurück nach Deutschland kommt. Es ist es auch ein Wettlauf mit der Zeit, denn je mehr das Wrack verrottet, desto schwieriger wird es sein, das Flugzeug auf seine letzte Reise von knapp 7500 Kilometern über den Atlantik vorzubereiten. Eine Schlüsselrolle kommt Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) zu. Der betonte jüngst, die „Landshut“ sei „eine lebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte der jungen Bundesrepublik“.

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