Katalonien: Separatisten verlangen Gespräche

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Der Regierungschef von Katalonien, Carles Puigdemont, hat die angekündigte Unabhängigkeit von Spanien verschoben und zu Gesprächen aufgerufen. Er setze den Unabhängigkeitsprozess aus, um einen Dialog und eine Vermittlung mit Madrid einzuleiten, sagte der 54-Jährige am Dienstag vor dem Regionalparlament in Barcelona. Damit hat der Chef der Regionalregierung eine weitere Zuspitzung der Krise vorerst vermieden.

Am Sonntag vor einer Woche hatte Puigdemont ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten lassen. Bei der von Gegnern der Abspaltung boykottierten Befragung gewann das „Ja“-Lager mit 90 Prozent, die Beteiligung lag aber nur bei 43 Prozent. Dennoch sagte Puigdemont, Katalonien habe das „Recht auf Unabhängigkeit“ erlangt.

Puigdemonts Auftritt vor dem Regionalparlament in Barcelona war mit Spannung und Nervosität erwartet worden. Er kritisierte die Zentralregierung in Madrid heftig. Diese habe jeden Versuch des Dialogs abgelehnt. Ministerpräsident Mariano Rajoy will heute vor der Abgeordnetenkammer in Madrid Stellung beziehen.

Die Unabhängigkeitsabstimmung ist in Spanien und auch in Katalonien höchst umstritten. In Barcelona waren am Sonntag Hunderttausende gegen die Abspaltungspläne auf die Straße gegangen.

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Kommentare

11.10.2017 21:19 Uhr

EU hat gerade den Keim fuer Unruhen gesaeht

EUabteilung Erweiterung sollte Konsequenzen ihrer Fehlpolitik akzeptieren
2004 Wurden Baltische Staaten i/d EU aufgenommen wo jetzt in Estland+Letland 330.000 Einwohner keine normalen Buergerrechte haben,koennen nicht an Wahlen+Buergerfunktionen teilnehmen.2014 Wurde mit der Ukraine einen Beitrittsantrag unterzeichnet ohne zu verlangen das der Status der veraengstigten russischen Minderheit im Osten geloest wird,i/d Moldau wurden Wahlen organisiert fuer einen EU-Beitrittsantrag+kurz bevor wurde eine groessere (russische) politische Partei v/d Wahl ausgeschlossen.Natuerlich hat man 3-5 Jahre zuvor im US-NatoHauptquartier alle Moeglichkeiten fuer Osteuropa extrapoliert.2012 Erhielt die EU den NobelFriedensPreis mit Begruendung aus Europa ein Kontinent des Friedens gemacht zu haben,waehrend man gerade den Keim fuer Unruhen gesaeht hat.Kosovo bekam 2008 Unabhaengigkeit ohne Referendum was 2017 Katalonien verweigert wird nach Referendum mit 90% JaStimmen.Weil Serbien kein EU war?Weiteres moegliche Unabhaengigkeitsreferendum 2017 Venetien,Italien

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11.10.2017 21:17 Uhr

,teils durch inkonsequent Handeln der EU

EUabteilung Erweiterung sollte Konsequenzen ihrer Fehlpolitik akzeptieren
Es gibt in Europa viele regionale- und etnische Konflikte,teils aus der Geschichte,teils durch inkonsequent Handeln der EU.Uebersicht der Konfliktlaender/Gebiete:Schottland+NordIrland,Flandern+Wallonien,Korsika,Baskenland+Katalonien, Venetien+SuedTirol,Estland,Letland,Ukraine,Moldova,Kosovo.Die letzten 5 Konflikte sind nur auf dem Mist der EU gewachsen.Weshalb gibt es keine Demokratiebedingungen beim EUzutritt/Vertragsabschluss?Weshalb musste Kosovo ohne Referendum unabhaengig werden,was Katalonien verweigert wird?Weil Serbien kein EU war?Kosovo ist nicht lebensfaehig und wird bis auf unabsehbare Zeit viele MIllionen v Euros kosten f EUsteuerzahler.Durch ungeschickte Fuehrung in Bruessel erlebt die EU jetzt eine Welle regionaler+etnischer Konflikte.Dann gibt es die Nachbarlaender der Ukraine:Polen,Ungarn,Rumaenien,Weissrussland,Moldau,Slowakei die alle ihre Landsleute i/d Ukraine beschuetzen moechten+am liebsten einverleiben.Am Ende wird nicht viel mehr v/d Ukraine uebrigbleiben

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