Junge bei Protesten gegen Regierung in Venezuela getötet

|
Regierungskritiker stellen in Caracas Kreuze mit Namen der Menschen auf, die bei Protesten gegen die Regierung ums Leben gekommen sind. Foto: Ariana Cubillos

Bei neuen Demonstrationen gegen die sozialistische Regierung in Venezuela ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. In der Region Táchira sei ein 17-Jähriger erschossen worden, teilten die Behörden mit.

Er bedauere den Tod des jungen Mannes und fordere umfangreiche Ermittlungen, sagte Ombudsmann Tarek William Saab. Nach Angaben der Opposition wurde in der Region ein weiterer Mann erschossen. Das bestätigten die Behörden zunächst nicht.

Bei den Protesten im ganzen Land wurden mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt. Im Bundesstaat Carabobo feuerte ein Scharfschütze nach Angaben der Regierung auf zwei Polizisten. „Ein Beamter wurde durch einen Kopfschuss schwer verletzt“, schrieb Gouverneur Francisco Ameliach auf Twitter. „Er ist in einem kritischen Zustand und ringt um sein Leben.“ Polizisten feuerten mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten. Dabei wurden sieben Menschen verletzt.

Auf der Insel Margarita wurden die oppositionelle Abgeordnete Yanet Fermín und zwölf weitere Demonstranten festgenommen. „Das ist ein Angriff auf die parlamentarische Immunität“, sagte der Vizepräsident der Nationalversammlung, Freddy Guevara. In der Hauptstadt Caracas blockierten die Demonstranten zwei Hauptverkehrsstraßen.

Guevara kündigte eine Reihe weiterer Demonstrationen in den kommenden Tagen an. „Wir müssen klar machen, dass die Mehrheit des Volks gegen dieses Regierungssystem ist und nicht aufgeben wird“, sagte er. Unter dem Motto „Wir sind Millionen“ würden die Venezolaner am kommenden Samstag auf die Straße gehen.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise demonstrieren in dem ölreichen Staat seit Wochen Tausende Menschen gegen Präsident Nicolás Maduro und dessen aus ihrer Sicht autoritären Regierungsstil. Bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Oppositionellen und Regierungsanhängern kamen bislang 40 Menschen ums Leben, rund 800 wurden verletzt.

Ameliach auf Twitter

Fermín auf Twitter

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gibt es weiße Weihnachten?

In der Adventszeit ist es die Fragen aller Fragen: Gibt es weiße Weihnachten? Die Antwort ist klar: vielleicht! weiter lesen