John Brennan übersteht Verhör

Der künftige CIA-Chef John Brennan kann kommende Woche ernannt werden. Der Senat bestätigte ihn trotz erheblicher Bedenken: Brennans Name ist mit umstrittenen Verhörmethoden verbunden.

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John Brennan während seiner Anhörung im Senat. Foto: afp

Die formale Entscheidung fällt erst am Dienstag. Doch nach einer spannungsgeladenen Anhörung im US-Senat steht fest: Der künftige Direktor des US-Geheimdiensts CIA wird John Brennan heißen. Obwohl sich der Antiterrorberater von Präsident Barack Obama selbstsicher und souverän aus der Affäre zog, blieb er viele Antworten über die umstrittenen Methoden im Umgang mit Terrorverdächtigen schuldig.

Schon als Student wusste der heute 57-Jährige, dass er eine Karriere als Geheimdienstmann machen wollte. Damals entdeckte der in New Jersey aufgewachsene Sohn irischer Einwanderer in der New York Times eine Stellenanzeige, die für Nachwuchskräfte der CIA warb. "Ich wusste, dass ich damit zugleich meine Wanderlust und auch das Bedürfnis befriedigen konnte, dem Staat zu dienen", sagt Brennan. Während seiner 25-jährigen Karriere in der CIA arbeitete er als Spezialist für den Nahen Osten und Südasien, als Stationsleiter in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad und bis heute als wichtigster Antiterrorberater im Sicherheitsteam des Präsidenten.

Selbstverständlich war seine Bestätigung als CIA-Direktor nicht. Schließlich hatte Obama Brennan bereits nach seinem ersten Wahlsieg 2009 an die Spitze der CIA berufen wollen. Damals war aber klar: Unter Präsident George W. Bush hatte sich Brennan für das Waterboarding und andere "außerordentliche Verhörmethoden" eingesetzt, die von Kritikern schlichtweg als Folter bezeichnet werden. Beim besonders umstrittenen Waterboarding wird versucht, Aussagen zu erzwingen, indem der Kopf eines Terrorverdächtigen so lange unter Wasser gehalten wird, bis er überzeugt ist, ertränkt zu werden.

Auch diesmal taten Gegner des inhumanen Umgangs mit Terrorverdächtigen ihr Bestes, um die Bestätigung zu blockieren. Nicht weniger als fünf Mal unterbrachen Friedensaktivisten der Organisation "Code Purple" das Verfahren im Senat. "Sie sind ein Verräter der Demokratie" oder "John Brennan ist ein Sicherheitsrisiko", riefen sie, bis die sichtlich irritierte Ausschussvorsitzende Dianne Feinstein die Demonstranten entfernen ließ.

Zwar versprach Brennan, dass Waterboarding künftig nicht mehr angewandt werde. Er sei auch früher dagegen gewesen, räumt aber ein, dass "ich nichts unternahm, um es einzustellen". Energisch verteidigte er die Drohnenangriffe, bei denen Extremisten vor allem im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet und im Jemen getötet wurden. Während sich die unter Bush eingeführten Angriffe seit Obamas Amtsantritt vervierfacht haben, ist die Zahl festgenommener Terroristen deutlich gesunken. Vor allem Republikaner nahmen daran Anstoß, dass auch US-Staatsbürger, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden, durch Drohnen getötet werden können. Prominentestes Opfer war Anwar al-Awlaki, ein in Neu Mexiko geborener Imam, der im Jemen für Al-Kaida aktiv war.

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