Jeder sechste Deutsche ist arm

Armut beginnt in Deutschland bei 940 Euro im Monat. Jeder sechste Bundesbürger ist betroffen. Das ist mehr als in Frankreich oder den Niederlanden - aber weniger als im Durchschnitt aller EU-Länder.

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Armut trifft die Menschen in Deutschland etwas stärker als ihre direkten Nachbarn. Etwa jeder sechste Einwohner der Bundesrepublik (15,6 Prozent) gilt als arm. Das ist nach einer EU-Definition dann der Fall, wenn eine Person über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Einberechnet werden neben dem Einkommen aus Arbeit auch alle staatlichen Transferleistungen wie zum Beispiel das Kindergeld. In Deutschland liegt die Grenze für einen Single bei einem Jahreseinkommen von 11 278 Euro oder 940 Euro im Monat.

Deutschland liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2009 EU-weit im Mittelfeld und 0,8 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt von 16,4 Prozent. Außer in Polen (17,6 Prozent) sind aber die Menschen in allen direkten Nachbarländern Deutschlands weniger von Armut bedroht als hierzulande. Am geringsten ist die Gefahr in der Tschechischen Republik (9,0 Prozent) und am höchsten in Belgien (14,6 Prozent) sowie dem Nicht-EU-Mitglied Schweiz (15,0 Prozent).

Auch die Ungleichheit der Einkommen ist hierzulande geringer ausgeprägt als in anderen EU-Ländern. Das Einkommen des oberen Fünftels der Bevölkerung in Deutschland ist 4,5 Mal so hoch wie das des unteren Fünftels. Dieser Unterschied ist in Frankreich und der Schweiz genauso groß. Am kleinsten ist er in Ungarn, Slowenien - sowie dem Nicht-EU-Staat Norwegen. Am weitesten geht die Schere in Litauen auseinander, gefolgt von Lettland und Spanien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.

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Kommentare

30.03.2012 16:03 Uhr

Äpfel mit Birnen verglichen...

Da verkauft man doch ganz klar mal wieder den Bürger/Leser für dumm wenn man Deutschland mit dem EU-Rest vergleicht der da besteht aus:
Rumänien die in 80% ihrer Landesgemarkung auf dem Niveau des 14 Jahrhunderts hausen, Polen, Tschechien & CoKg als post UDSSR Satellitenstaaten die ein halbes Jahrhundert an Wohlstandsentwicklng hinterherhinken ect. ect.
Solange die Politik regulierend in die Marktwirtschaft (Nachfrageseite) pfuscht und durch den Zwang auf die Arbeitssuchenden "JEDEN" Job nehemen zu müssen und sei der Lohn noch so ruinös werden die Menschen immer mehr und mehr ausgebeutet - wenns zum Leben des einzelnen Arbeiters nicht reicht stockt dann der Staat (die Allgemeinheit) auf, tritt letztendlich in Haftung!

Die Lösung wäre einfach: ein genereller Mindestlohn Branchenübergreifend von 15,--€/Std brutto - der arbeitende Bürger und das BIP würden uns das danken!! Das wäre im allgemeinen Interesse der Bürger - aber die werden in der Politik nicht mehr vertreten!

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28.03.2012 14:38 Uhr

Jeder sechste Deutsche ist arm

Fragt man sich nur, warum niemand etwas dagegen macht.

Ein erster Schritt wäre die Abschaffung der modernen Sklaverei,
die Zeitarbeitsfirmen.
Ein Leiharbeiter verdient bei gleicher Arbeit im Durchschnitt nur etwa die Hälfte, als sein Kollege in der gleichen Firma, am gleichen Arbeitsplatz.
Für die Firma kostet der Leiharbeiter genau so viel.
Gretchenfrage: Wer verdient sich dann dumm und dämlich?

Es ist nicht nur der halbe Lohn, es sind auch die halbierten Sozialabgaben, die die Allgemeinheit schädigen.
Von Rente kann man gar nicht mehr sprechen, hier muss dann wieder die Sozialhilfe herhalten, also die Allgemeinheit.

Die Staatsverdrossenheit nimmt bei diesen Menschen und ihren Familien ständig zu, ein (Gewalt)-Potenzial, das nicht unterschätzt werden darf.

Wo sind die Mächtigen dieses reichen Landes, die da endlich etwas unternehmen?

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28.03.2012 14:26 Uhr

Jeder sechste Deutsche ist arm

Toll, was man so alles feststellt, aber die Politiker und die Gewerkschaften machen nichts dagegen.
Auch die Medien halten sich vornehm zurück.
Was soll dann diese Meldung bezwecken?

Wichtigster Schritt:

Sofortige Abschaffung der modernen Sklaverei, der Zeitarbeitsfirmen.
Ein Leiharbeiter bekommt bei gleicher Arbeit im Durchschnitt nur etwa die Hälfte an Lohn, wie sein Kollege, der fest angestellt ist.
Das heißt aber auch weniger Sozialabgaben (Schädigung der Allgemeinheit), und kaum Rente (benötigt dann Sozialhilfe).
Hinzu kommt eine immer stärker wachsende Staatsverdrossenheit. Kinder wachsen in diesem Umfeld auf, die absolut keine Perspektive mehr haben.

Wo sind die Mächtigen dieses Landes, die etwas gegen diese Ausbeutung unternehmen?

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