Irisch-deutsche Butter

Unklare Angaben auf Lebensmitteln verwirren viele Verbraucher. 72 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, bei den Hinweisen werde getrickst.

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Der Verein Foodwatch prangert die irreführende Kennzeichnung auf Lebensmitteln an - und fordert von der Politik, Maßnahmen gegen Verbrauchertäuschung vorzunehmen. "Irreführende Werbung hat im Supermarkt Konjunktur", sagt Oliver Huizinga, Foodwatch-Experte für Lebensmittelwerbung. Verpflichtende gesetzliche Regelungen seien notwendig, weil freiwillige Kennzeichen unterlaufen würden.

Bis April werden 150 Lebensmittel in Rewe- und Edeka-Filialen, auch in Baden-Württemberg, das Siegel "Regionalfenster" tragen. Das Siegel zur Kennzeichnung regionaler Lebensmittel, vom Verbraucherschutzministerium kürzlich vorgestellt, kommt allerdings bei Foodwatch nicht gut an. "Wir brauchen kein zusätzliches freiwilliges Siegel", sagt Huizinga. Im Gegenteil: Lebensmittelhersteller sollten die Herkunft der Rohstoffe dokumentieren. Interessant werde es erst, wenn sich Hersteller gegen die Herkunftsangabe wehren würden. Als die Beschwerdeplattform lebensmittelklarheit.de vor rund eineinhalb Jahren startete, forderten Verbraucherschützer bereits strengere Gesetze. Inzwischen hat sich das Portal bewährt. Mehr als 6600 von Verbrauchern gemeldete Produkte wurden untersucht, meist weil die Ware schlecht oder irreführend gekennzeichnet war. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Produktangaben deshalb überarbeitet.

Eine Verbraucherin merkte an, dass die Marmelade "Schwartau extra Samt Erdbeere" nur mit Erdbeeren beworben werde, in der Zutatenliste aber zusätzlich rote Johannisbeeren aufgeführt sind. Schwartau begründete das damit, dass bei der Herstellung Farbe verloren gehe, durch die Johannisbeeren jedoch wiederhergestellt werden könne. Inzwischen wird auf dem Etikett immerhin der prozentuale Anteil von Erd- und Johannisbeeren genannt.

Erlaubt ist aber die Bezeichnung "Irische Butter". Die Butter komme von einem deutschen Hersteller, hatte ein Verbraucher angemerkt, und führte das ovale Identitätskennzeichen und eine deutsche Firmenadresse als Beweis an. Bei der Mehrheit der irischen Butter im Einzelhandel findet der letzte Produktionsschritt tatsächlich in Deutschland statt. Die Verbraucherzentrale rät zum Aufdruck "Butter aus Irland. Abgepackt in Deutschland".

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