INTERNATIONAL: Rassismus ist allgegenwärtig

Nicht nur in deutschen Fußball-stadien geht die Tendenz aktuell Richtung rechts. Auch in Italien und anderen Ländern gehört das Problem zum Alltag.

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Kevin-Prince Boateng hat in der italienischen Serie A erlebt, was es heißt, wenn der rechte Mob die Oberhand hat. Nach rassistischen Beschimpfungen durch gegnerische Fans verließ der heutige Schalker mit seinen Teamkollegen des AC Mailand in einem Testspiel vorzeitig den Platz. In der Partie beim Viertligisten Pro Patria drosch Boateng wütend den Ball in Richtung der Zuschauer und ging, gefolgt von seinen Mitspielern, vom Feld.

Nach Angaben von Milan hätten vier Anhänger der Heimmannschaft die dunkelhäutigen Boateng, M"Baye Niang und Sulley Muntari rassistisch beleidigt. Mailands Trainer Massimiliano Allegri: "Wir müssen dieses unzivilisierte Verhalten stoppen. Italien muss ein bisschen zivilisierter und intelligenter werden." Das geschah Anfang 2013.

Beim Pokalspiel des russischen Erstligisten Spartak Moskau bei Schinnik Jaroslawl ist es ebenfalls zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der zweiten Halbzeit gingen Fans beider Lager aufeinander los, rissen Stühle aus der Verankerung und warfen diese auf die anrückende Polizei. Zudem wurden bengalische Feuer und Knallkörper gezündet und eine große Hakenkreuzfahne gehisst. Die Einsatzkräfte setzten Wasserkanonen ein und nahmen 78 Randalierer fest.

Anhänger von ZSKA Moskau haben beim Champions-League-Spiel gegen Manchester City den ivorischen Nationalspieler Yaya Toure aufgrund seiner Hautfarbe verunglimpft und beschimpft. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) verurteilte den russischen Meister deshalb zur Schließung eines Teilbereiches der heimischen Khimki-Arena beim Spiel gegen Bayern München am vergangenen Mittwoch.

Ende Oktober kam es in Wien zu einem Zwischenfall. Rechtsradikale Fußball-Hooligans stürmten die Räume eines türkischen Kulturvereins, es gab einen Verletzten. Die 30 bis 40 Angreifer sind laut Polizei der vom Meister Austria Wien verbotenen Gruppe "Unsterbliche" zuzurechnen. In den Räumen tagte gerade die Kommunistische Gewerkschaftsinitiative-International (Komintern).

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