Inselkonflikt: USA drohen mit Bombern

Die Spannung im Ostchinesischen Meer steigt. Nach dem Überflug von B-52-Bombern geben sich China und die USA betont gelassen.

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Es war eine Machtdemonstration: Zwei US-B-52-Bomber flogen am Dienstag über die zwischen China und Japan umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer. Diplomatisch beschreibt die Regierung in Washington die Aktion als "lange geplant". Auch die chinesische Regierung spielt den Zwischenfall herunter. Das chinesische Militär teilte mit, die Flugzeuge "beobachtet, identifiziert und ihren Typ bestimmt" zu haben.

"Beim ersten Mal hat China noch nicht reagiert, weil es vermutlich die Situation nicht verschärfen wollte", sagt Professor Cheng Xiaohe von der Volksuniversität. "Wenn so etwas aber häufiger vorkommt, wird es sicher zu Spannungen führen." Die Gefahr eines "versehentlichen Schusswechsels" oder einer Kollision sei dann nicht auszuschließen. 2001 war ein chinesischer Kampfjet mit einem US-Spionageflugzeug über Hainan in Südchina zusammengestoßen. "Die gegenwärtige Situation birgt große Risiken durch Missverständnisse und operationelle Pannen", warnt die China-Expertin Stephanie Kleine-Ahlbrandt vom US Institute of Peace in Washington. "Die Gefahr menschlichen Versagens ist gerade in stressigen und ungewissen Zeiten höher, wenn die Geschwindigkeit moderner Waffensysteme die Entscheidungen beschleunigt."

China versucht, mit der Einrichtung einer Luftraumüberwachungszone die chinesisch Diaoyu oder japanisch Senkaku genannten Inseln ein weiteres Stück aus dem Griff der Japaner zu lösen. Die USA haben demonstriert, dass sie ihrem Bündnispartner Japan zur Seite stehen und keineswegs vorhaben, ihre Militärflüge in Peking anzumelden. Die B-52 sprechen eine deutliche Sprache. "Der Einsatz atomwaffenfähiger Flugzeuge ist besonders wichtig, weil sie die chinesische Seite daran erinnern, ihre Drohungen gegen die USA besser einzustellen", sagt der amerikanische China-Experte Gordon Chang.

Das japanische Transportministerium hat alle Fluggesellschaften des Landes aufgerufen, Chinas Forderung zu ignorieren. In der neu errichteten "Identifikationszone zur Luftverteidigung" (ADIZ) verlangt China seit Samstag, dass sich ausländische Flugzeuge zu erkennen geben und den Anweisungen seiner Luftwaffe folgen.

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