Im NSU-Prozess massive Vorwürfe gegen die Nürnberger Polizei

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Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München neben ihrem Anwalt Mathias Grasel. Foto: Peter Kneffel  Foto: 

Die Anwältin der Familie des ersten NSU-Mordopfers Enver Simsek hat massive Vorwürfe gegen die Nürnberger Polizei erhoben.

In ihrem Plädoyer im Münchner NSU-Prozess sagte Rechtsanwältin Seda Basay an diesem Dienstag, die Ermittler hätten „ein Jahrzehnt lang“ hartnäckig den haltlosen Verdacht verfolgt, Simsek habe mit Drogen gehandelt. Dabei habe es dafür nie Anhaltspunkte gegeben.

Ebensowenig hätten Hinweise auf eine Eifersuchtstat oder Schutzgelderpressung existiert, wie die Ermittler ebenfalls angenommen hätten. Nicht nachgegangen seien sie dagegen Aussagen von Zeugen, die den Mord am 9. September 2000 an einer vielbefahrenen Straße in Nürnberg aus ihren Autos beobachtet hatten und von dunkel gekleideten Männern in Radlerhosen sprachen.

Stattdessen habe die Polizei ein unbeteiligtes farbiges Paar verdächtigt und deren Auto in den Akten als „Negerauto“ bezeichnet.

Simsek war der erste von insgesamt neun türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, die von den beiden NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen wurden. Das Motiv dieser Taten war Fremdenhass.

Vor dem Oberlandesgericht München sind dafür Beate Zschäpe als mutmaßliche Mittäterin und vier mutmaßliche Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ angeklagt. Für Zschäpe hatte die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft gefordert.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung im NSU-Prozess

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