Hunderttausende Rohingya fliehen aus Birma

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Erste Schritte im neuen Land: Rohingya aus Myanmar nach ihrer Flucht in Bangladesch.  Foto: 

Die Gewaltwelle in der Unruheregion Rakhine in Myanmar hat schon mehr als eine Viertelmillion Menschen in die Flucht getrieben. In Bangladesch seien in den vergangenen zwei Wochen mindestens 270 000 Muslime aus dem Nachbarland eingetroffen, berichten die Vereinten Nationen in Genf. Das sind rund 100 000 mehr als bislang angenommen. Der Grund: Viele Menschen kampierten an Straßen und in Feldern, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

Die Rohingya sind eine im überwiegend buddhistischen Myanmar in Südostasien verfolgte muslimische Minderheit. Sie werden als illegale Einwanderer gesehen, obwohl sie seit Jahrzehnten in Birma leben. Seit ihnen 1982 die Staatsbürgerschaft entzogen wurde, sind sie staatenlos. Auch das überwiegend muslimische Nachbarland Bangladesch will die Rohingya nicht haben. Nach dem aktuellen Gewalt­ausbruch verstärkte das Land zunächst die Sicherheit an seiner Grenze. Dutzende Rohingya ertranken bei dem Versuch, den Grenzfluss Naf zu überqueren.

Desmond Tutu schaltet sich ein

Die neue Krise hatte Ende August ihren Ausgang genommen, als Kämpfer einer Rebellengruppe namens Arakan Rohingya Salvation Army in  Myanmars Nordwesten etwa 30 Polizei- und Militärposten überfielen. Seither ist im Bundesland Rakhine, wo fast alle der mehr als eine Million Muslime leben, eine „Säuberungsaktion“ im Gange. Hunderte Menschen sollen getötet worden sein. Die Gegend ist weiträumig abgeriegelt. Geflüchtete berichten, dass ihre Häuser abgebrannt und Familienangehörige erschossen worden seien. Überprüfen lassen sich solche Angaben nicht.  Die Vereinten Nationen haben keinen Zugang zur Region.

 Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi machte „Terroristen“ für die neue Welle der Gewalt verantwortlich. Der Regierung zufolge hatten Rohingya Polizei- und Militärposten angegriffen. Nach deren Darstellung ging die Gewalt von Sicherheitskräften aus.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat Myanmars Regierungschefin in einem drastischen Appell aufgefordert, sich für ein Ende der Gewalt gegen die muslimische Minderheit einzusetzen. Bilder und Berichte über den „Horror“ im Norden Myanmars erfüllten sein Herz mit „Schmerz und Furcht“, erklärte der frühere Erzbischof von Kapstadt. Suu Kyi müsse einschreiten und ihr Volk wieder auf den Pfad der Gerechtigkeit zurückführen, erklärte der 85-jährige frühere Anti-Apartheid-Kämpfer, der sich zuletzt nur noch selten zu politischen Themen geäußert hat. Suu Kyi führt in dem mehrheitlich buddhistischen südostasiatischen Land seit vergangenem Jahr als „Staatsrätin“ praktisch die Regierung.

Hier steht ein Textanlauf mit ein paar Zeilen Text. swp

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