Harald Wolf, der kommissarische Bundesgeschäftsführer der Linken, setzt auf internen Dialog

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Der neue kommissarische Bundesgeschäftsführer Harald Wolf der Partei Die Linke.  Foto: 

Harald Wolf sei die „erste Wahl“ bei der Neubesetzung des Postens des Bundesgeschäftsführers gewesen, sagt Linken-Chef Bernd Riexinger. Wolf sei „ein Brückenbauer“, einer „der immer zu seinen Positionen steht“. Keine Frage, so einen können die Linken jetzt gut gebrauchen. Allerdings ist Vorgänger Matthias Höhn im Grunde aus dem gleichen Holz geschnitzt. Aber dem Dauer-Zoff zwischen den Fraktions- und den Parteispitzen war er auf Dauer nicht gewachsen. Der Mann, der einen erfolgreichen Wahlkampf führte, geriet zwischen die Fronten und erklärte, er sei „an die Grenzen des für mich persönlich und politisch Leistbaren gestoßen“. Nachdem Oskar Lafontaine die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger frontal angegriffen hatte, fühlte sich das Duo von Höhn nicht ausreichend beschützt.

Wolf hält es für „notwendig, die personalisierte Diskussion zu beenden“ und sich auf die Auseinandersetzung mit der schwarzen Ampel, zu konzentrieren. Das ist viel leichter gesagt als getan. Vor allem Kipping und die Fraktionschefin Sahra Wagenknecht würdigen einander keines Blickes. Auf die Frage, ob sie überhaupt noch miteinander reden würden, antwortet Kipping, sie hätte Wagenknecht und  Dietmar Bartsch, den männlichen Part der Fraktions-Doppelspitze, „per SMS informiert, dass sie eine Einladung bekommen“. Eine Einladung zur Vorstandssitzung im Dezember.

Der 61-jährige  Wolf stammt aus Offenbach am Main, er kam zum Politikstudium nach Berlin und war schon Trotzkist, Grüner, PDS-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus und von 2002 bis 2011 Wirtschaftssenator in Berlin. Er gilt als besonnener Reformer. Ob er  nur bis zum linken Parteitag im Juni den Posten bekleiden will, lässt er offen. Seine Chefs sind erst einmal froh, dass er den Job zumindest jetzt übernimmt.

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