Griechenlands Chefstatistiker wegen übler Nachrede verurteilt

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Griechenlands Flagge - zerrupft von der jahrelangen Krise.  Foto: 

Oh, dieses Griechenland! Was wäre unser Leben arm ohne diesen steten Quell der Freude, Verwunderung und Erschütterung. Die Athener Justiz hat es jetzt erneut geschafft, den früheren Chefstatistiker des Landes zu bestrafen. Andreas Georgiu hatte einst das falsche Spiel mit den Haushaltszahlen offenbart, das dann die Euro-Krise auslöste. Nein, nicht dass der Mann sich geirrt hätte – er hat nur Klartext geredet, Betrug Betrug genannt und ist dafür in internationalen Expertenkreisen hoch angesehen. Nur zu Hause in Griechenland eben nicht. Da wird aus der Wahrheit üble Nachrede. Und die wird bestraft. Hätte er doch geschwiegen!

Jetzt soll der 57-­Jährige, der inzwischen als Wirtschaftsprofessor in den USA lehrt, 10 000 Euro Schadenersatz an einen früheren Abteilungsleiter im staatlichen Statistikamt bezahlen. Und das Urteil auf eigene Kosten in der Zeitung „Katimerini“ veröffentlichen. Schon im Sommer war Georgiu zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er die revidierten, also tatsächlichen Haushaltszahlen von 2009 nicht dem Verwaltungsrat vorgelegt hatte – der sie vermutlich gleich kassiert hätte. Weitere Verfahren laufen darauf hinaus, dem Statistiker nachzuweisen, dass er mit seiner Aufklärungsarbeit die griechische Krise überhaupt erst verursacht habe. Man bestraft den Boten für die Botschaft. Das kann noch ganz bitter werden für den Mann.  

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