Gluthitze sprengt Autobahn - Motorradfahrer stirbt

Die Hitze lässt Deutschland ächzen. Am heißesten war es in einer Stadt in Bayern. Für einen Motorradfahrer endete die Fahrt auf der erhitzten Autobahn mit dem Tod.

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Der Asphalt der Autobahn A93 an der Anschlussstelle Abensberg (Bayern) ist durch die Hitze der letzten Tage aufgebrochen. Ein Motorradfahrer kam hier bei einem Unfall ums Leben. Nach Angaben der Polizei war der 59-Jährige in Richtung Regensburg über eine halbmeterhohe Aufwölbung gefahren. Der Mann prallte gegen die Leitplanke und erlitt so schwere Brustverletzungen, dass er noch am Unfallort starb.  Foto: 
Am bislang heißesten Tag des Jahres in Deutschland hat Sahara-Hitze die Menschen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Der heißeste Ort war am Mittwoch nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Kitzingen im Norden Bayerns - mit 37,1 Grad. Der deutsche Juni-Rekord vom 27.6.1947 in Frankfurt am Main (38,2 Grad) wurde damit aber nicht geknackt. In einigen Regionen purzelten am Mittwoch die Wärmerekorde für einen 19. Juni, etwa in München, aber auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Sachsen.

In einigen Teilen Deutschlands sprengte die Gluthitze Autobahnen, etwa ein Stück der A8 bei Remchingen nahe Karlsruhe oder auch die A7 in Baden-Württemberg. Auch in Bayern auf den Autobahnen A3, A7, A92 und A94 wölbte sich die Fahrbahn vor Hitze. Auf der A93 bei Abensberg wurde eine aufgesprengte Fahrbahn zum tödlichen Verhängnis für einen 59 Jahre alten Motorradfahrer. Er fuhr über eine halbmeterhohe Aufwölbung, prallte gegen die Leitplanke und starb noch am Unfallort an seinen schweren Brustverletzungen. Zuvor waren vier Autos über das Hindernis gefahren, das wie eine Sprungschatze wirkte. Vier Menschen wurden leicht verletzt, die Wagen beschädigt.

Experten sprechen von „Blow-Ups“. Betroffen seien vor allem Abschnitte mit Betonplatten, sagte der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, Josef Seebacher. „Dass das heute so schnell an so vielen Stellen auftritt, ist außergewöhnlich. Alle Verkehrsteilnehmer werden dringend aufgefordert, auf allen Betonstrecken äußerst vorsichtig zu fahren.“

Am Mittwochabend gab der Wetterdienst für Teile der Bundesländer Thüringen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Unwetterwarnungen heraus. Spätestens ab diesem Donnerstag beenden die Tiefs „Manni“ und „Norbert“ im Westen die Hitzewelle mit Blitz und Donner, Starkregen, Hagel und Sturmböen. In der Nacht zum Freitag ziehen die Gewitter dann auch nach Osten. Am Samstag müsse überall mit Schauern und Gewittern gerechnet werden, hieß es vom DWD.

Die Hitze machte die Deutschen auch durstiger als sonst: In Berlin war der Wasserverbrauch bereits am Dienstag um 30 Prozent höher als an einem durchschnittlichen Tag, wie die Wasserbetriebe mitteilten.

Heiße feuchte Luft sorgte in manchen Orten für Gewächshauswetter. Was manchen Wetterfühligen zu schaffen machte, war die hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent - etwa in Teilen Nordrhein-Westfalens. Das Wetter wurde als sehr schwül und stickig empfunden.

Bereits am Dienstagabend hatte am Bodensee ein Unwetter mit orkanartigen Böen, Starkregen und Hagel gewütet - Segler und Surfer gerieten in Seenot. Eine Fischerhütte auf der Lindauer Insel wurde weggeweht, es gab zwei Verletzte. Laut Polizei stürzten am bayerischen Bodensee-Ufer Bäume auf Autos, mehrere Straßen wurden überschwemmt und Gullydeckel nach oben gedrückt. Ein Baum fiel nach Angaben der Bahn auf eine Oberleitung, so dass der Zugverkehr zwischen Bregenz und Lindau vorübergehend eingestellt werden musste.
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