Gericht entzieht Atom-Lager die Genehmigung

Das atomare Zwischenlager am Atomkraftwerk Brunsbüttel steht ohne Genehmigung da. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig gab gestern der Klage eines Anwohners statt. Er hatte moniert, das Gebäude sei gegen terroristische Angriffe unzureichend geschützt.

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Das atomare Zwischenlager am Atomkraftwerk Brunsbüttel steht ohne Genehmigung da. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig gab gestern der Klage eines Anwohners statt. Er hatte moniert, das Gebäude sei gegen terroristische Angriffe unzureichend geschützt. Das Lager ist neben dem baden-württembergischen Philippsburg als Aufnahmeort für Atommüll im Gespräch, der aus der Wiederaufbereitung im Ausland zurückkehrt.

Das Gericht begründete seine Entscheidung, das Bundesamt für Strahlenschutz habe es versäumt, die Folgen des Absturzes eines Airbus A 380 auf das Zwischenlager vor der Genehmigungserteilung zu ermitteln, obwohl die erforderlichen Daten vorgelegen hätten. Auch sei bei der Untersuchung der Folgen eines Angriffs mit panzerbrechenden Waffen nur ein älterer Waffentyp aus dem Jahr 1992 berücksichtigt worden. Dabei könnten neuere Waffen eine größere Zerstörungswirkung haben.

Das Zwischenlager in Brunsbüttel verfügt über dickere Außenwände (1,20 Meter) und eine dickere Decke (1,30 Meter) als das Zwischenlager in Gundremmingen mit 85 Zentimeter Wand- und 55 Zentimeter Deckenstärke. Reinhold Thiel von der Vereinigung Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hatte gegen dieses Lager mit gleichen Gründen geklagt. Er ist 2006 vor dem bayerischen Verwaltungsgerichtshof gescheitert.

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