Vogelgrippe breitet sich in mehreren Ländern aus

Die gefährliche Variante der Vogelgrippe breitet sich in Deutschland und anderen Ländern aus. Nach Schleswig-Holstein wurden auch tote Wildvögel aus der Region Bodensee in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich gemeldet.

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Mitarbeiter des Bauhofes sammelt tote Wasservögel am Ufer des Großen Plöner Sees ein. Foto: Carsten Rehder

Die gefährliche Variante der Vogelgrippe breitet sich in Deutschland und anderen Ländern aus. Nach Schleswig-Holstein wurden auch tote Wildvögel aus der Region Bodensee in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich gemeldet.

Dort sei ebenfalls der Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden, teilte das baden-württembergische Agrarministerium mit. Das zuständige Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hatte entsprechende Verdachtsfälle bestätigt. Auch in Polen und Ungarn waren zuvor Vogelgrippe-Fälle entdeckt worden, bei denen es sich wohl um die hochansteckende Erreger-Variante handelt.

Nach Schätzung des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart wurden am gesamten Bodensee bislang zwischen 70 und 80 tote Vögel gefunden. Auf deutscher Seite geht das Ministerium von 30 bis 35 Kadavern aus.

„Wir sehen eine Epidemie in der Wildvogelpopulation“, warnte der FLI-Präsident Thomas C. Mettenleiter in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Vermutlich handele es sich um den identischen Erreger. „Vor einigen Tagen ist in einem Zoo in Indien das Virus offenbar in seiner jetzigen Form nachgewiesen worden, dann in Ungarn bei einem Schwan sowie in einem Putenbestand und jetzt in Polen, am Bodensee und in Schleswig-Holstein bei Wildvögeln. Wir haben verschiedene Puzzleteile, die wir zusammensetzen müssen.“ Das Risiko einer Ansteckung von Nutzgeflügel mit dem H5N8-Virus sei hoch.

In ganz Schleswig-Holstein gilt bereits eine Stallpflicht für sämtliches Geflügel. Dort scheint sich die Vogelgrippe auszubreiten. Es sollen tote Wildvögel jetzt auch am Stocksee im Kreis Segeberg entdeckt worden sein, berichtete NDR 1 Welle Nord. Bisher waren nur Seen im Kreis Plön betroffen. Es sei aber noch unklar, woran die Tiere am Stocksee starben. Er liegt nur einen guten Kilometer entfernt vom Großen Plöner See, an dem in der vergangenen Woche zuerst Kadaver mit dem Erreger H5N8 entdeckt worden waren. Um die Fundorte der Vögel wurden Sperrbezirke angeordnet.

Mitarbeiter der Stadt Plön fanden am Mittwoch erneut tote Wildvögel im Uferbereich des Großen Plöner Sees, wie ein Mitarbeiter der Stadt mitteilte. Seit Tagen sammeln städtische Mitarbeiter, geschützt mit Mundschutz und Gummihandschuhen, verendete Tiere ein. Bisher wurden mehr als 200 tote Wildvögel gefunden, von denen die meisten vom Geflügelpest-Erreger H5N8 befallen waren.

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) wollte an diesem Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen informieren. Eine Stallpflicht für Geflügel am Bodensee wäre aus Sicht des Geflügelwirtschaftsverbands Baden-Württemberg sinnvoll. „Wir wünschen uns das sogar“, sagte der Geschäftsführer Klaus-Peter Linn. Das Vogelgrippe-Virus sei in Wildpopulationen latent vorhanden. „Da brauchen wir so viel Schutz wie möglich. Geflügel im Freiland ist im Moment sehr gefährdet.“

Seit November 2014 wurden hochpathogene H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. H5N8-Viren war schon früher entdeckt worden, etwa 1983 in Irland.

Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe

- Verläuft die Vogelgrippe besonders schwer, sprechen Experten auch von Geflügelpest.

- Bei der Vogelgrippe (Aviäre Influenza) unterscheiden die Fachleute schwach-, mittel- und hochpathogene (krank machende) Erreger.

- Einzelne Vogelgrippe-Viren sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit bei sehr intensivem Kontakt auch für Menschen gefährlich.

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