Gedenkstätte auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass

|
Frank-Walter Steinmeier und Emmanuel Macron.  Foto: 

Es sind lange Minuten, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron gestern Nachmittag Seite an Seite und schweigend in der unterirdischen Krypta auf dem Hartmannsweilerkopf unweit des elsässischen Colmars verharren. Dort ruhen die Gebeine von mehr als 12 000 auf diesem Berg gefallenen Soldaten beider Nationen. Jeder Quadratmeter Boden ist hier, wo die beiden Staatsoberhäupter kurz darauf zur feierlichen Einweihung der ersten und einzigen  deutsch-französischen Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs schreiten, von Blut getränkt.

„Menschenfresser“ oder „Todesberg“ haben die Elsässer den 956 Meter hohen, zwischen 1914 und 1916 erbittert umkämpften Vogesengipfel getauft. Wie kaum ein anderer Ort symbolisiere der Hartmannsweilerkopf „den Irrsinn des Krieges“, hob Steinmeier hervor: „Doch wir wissen, dass es nicht dieser Berg der Menschenfresser war, sondern der Nationalismus.“ Macron seinerseits betonte, dass „Europa es geschafft hat, den Krieg zu besiegen“. Insbesondere die Aussöhnung zwischen den beiden Erbfeinden Deutschland und Frankreich sei eine Botschaft für alle, an Europa und an die Zukunft Europas zu glauben: eine Zukunft, für welche die Franzosen und Deutsche gerade im Gedenken an ihre gemeinsame Geschichte eine besondere Verantwortung trügen.

Die offizielle Eröffnung des „Historial“, das aus einem Museum und einem animierten Lehrpfad besteht, ist gleichzeitig die Umwidmung der nationalen in eine binationale Gedenkstätte. Finanziert wurde das insgesamt 4,7 Millionen Euro teure Projekt mit Geld aus Frankreich und Deutschland, Zuschüssen der EU sowie aus privaten Spenden. Im Eingangsbereich der Krypta werden nun auch die deutschen Regimenter genannt werden, die auf dem „Todesberg“ gekämpft haben. Bisher waren dort nur die Namen der beteiligten französischen Einheiten zu lesen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Jamaika-Krach – Stimmen aus der Region: „Alle noch auf Endorphin“

Die Abgeordneten der Region zeigen sich angesichts des Scheiterns überrascht. Wie es weitergeht, ist für viele unklar. weiter lesen