Führers Shampoo

Ein türkischer Shampoo-Hersteller warb im Fernsehen für sein Produkt - mit Adolf Hitler als Symbolfigur für Männlichkeit.

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Biomen heißt das Haarwaschmittel, das der türkische Hersteller Biota anpreist. Bestimmt ist es ausschließlich für Männer.

Die PR-Strategen des Unternehmens wählten nun ausgerechnet Adolf Hitler als Werbeträger für einen Fernsehspot: "Dies ist ein 100-prozentig männliches Shampoo", brüllt eine heisere Stimme. Sie scheint aus dem Mund des "Führers" zu kommen, während der wild gestikulierend eine Rede schwingt. "Wenn Du keine Frauenkleider trägst, solltest Du auch kein Frauenshampoo benutzen", lautet die Hitler in den Mund gelegte Werbebotschaft.

Repräsentanten der rund 25 000 in der Türkei lebenden Juden reagierten empört. Hitler sei "das extremste Beispiel für Grausamkeit und Barbarei", erklärte der Oberrabiner. Eine Person, die Millionen Menschen auf dem Gewissen habe, in einem Werbespot zu verwenden, sei unakzeptabel, schrieb er auf seiner Webseite.

Die jüdische Gemeinde nahm Kontakt zum Hersteller Biota auf, blitzte dort aber zunächst ab: Die Firma weigerte sich in einer ersten Reaktion, die Werbung einzustellen. Man habe erklärt, der Spot sei "humoristisch gemeint", berichtete ein Vertreter der jüdischen Gemeinde, Silvyo Ovadya.

Auch die Anti-Defamation League (ADL) in den USA, die gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden weltweit eintritt, äußerte sich empört: Der Werbespot sei "widerwärtig". ADL-Direktor Abraham Foxman verurteilte das Filmchen als "Verunglimpfung des Andenkens jener, die im Holocaust umkamen" - und als Beleidigung "für alle, die gegen die Nazis gekämpft haben".

In einem Brief an den türkischen Botschafter in Washington bezeichnete es die ADL als "besorgniserregend", dass ein solcher Spot ausgerechnet in der Türkei produziert und gezeigt werde. Dabei könne das Land darauf stolz sein, dass es in seiner Geschichte Juden Zuflucht gewährt habe.

Angesichts der massiven Proteste hat inzwischen die Agentur, die sich den Spot ausgedacht hatte, die Kehrtwende vollzogen. Die Werbung werde ab sofort nicht mehr gezeigt, hieß es.

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