Frontalcrash mit zehn Toten

Zwei Pendler-Züge krachen im bayerischen Bad Aibling ineinander. Es gibt viele Tote und Verletzte. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig.

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Bild der Zerstörung: Eine Luftaufnahme zeigt das ganze Ausmaß des Zugunglücks im bayerischen Bad Aibling. Ein Wagen wurde komplett aufgerissen.  Foto: 

Bei dem schwersten Zugunglück in Bayern seit gut 40 Jahren sind am Dienstag im oberbayerischen Bad Aibling mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. 18 Menschen wurden schwer und 63 Reisende leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zwei Nahverkehrszüge waren im morgendlichen Berufsverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim in einer langgezogenen Kurve frontal zusammengeprallt. Mindestens ein Insasse wurde noch vermisst und in den Trümmern vermutet.

Als die Züge der Bayerischen Oberlandbahn gegen 6.45 Uhr zusammenstießen, entgleiste einer der Züge und mehrere Waggons kippten zur Seite. "Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zuges komplett auseinandergerissen", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Bad Aibling. Die Ursache für den Unfall war zunächst unklar. Die Strecke wird mithilfe der "Punktförmigen Zugbeeinflussung" kontrolliert. Dobrindt zufolge soll dieses System automatisch - etwa durch Zwangsbremsung - dafür sorgen, dass Züge nicht aufeinandertreffen. Das System war erst letzte Woche ohne Auffälligkeiten überprüft worden.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Rund 700 Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Zum Teil wurden Opfer in Bergungssäcken mit Winden an Hubschraubern hochgezogen und an das andere Ufer geflogen.

Zahlreiche Politiker aus dem In- und Ausland sprachen den Opfern und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die CSU sagte den traditionellen Politischen Aschermittwoch ab. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer betonte: "Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt."

In den Zügen auf der Strecke sitzen morgens immer zahlreiche Pendler. Schüler waren wegen der Faschingsferien in Bayern nicht in den Zügen.Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. dpa

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