Friedlicher Machtwechsel im Senegal

Nach friedlichen Wahlen hat der Senegal ein neues Staatsoberhaupt: Macky Sall übernimmt das Präsidentenamt von Amtsinhaber Abdoulaye Wade.

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Senegal hat seinen Ruf als Musterland der Demokratie in Afrika bestätigt. Kurz nach der Stichwahl für das Amt des neuen Präsidenten gratulierte der bisherige Amtsinhaber Abdoulaye Wade seinem Nachfolger Macky Sall. Der friedliche Machtwechsel beendete einen turbulenten Wahlkampf, in dem fünf Menschen bei Massendemonstrationen ums Leben kamen.

Die Auseinandersetzungen begannen nach dem Entschluss des 86-jährigen Wade, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Dabei hatte er selbst nach seinem ersten Wahlsieg im Jahre 2000 in der Verfassung festlegen lassen, dass senegalesische Präsidenten nur zwei Amtszeiten hintereinander regieren können. Als die Kandidaten der 16 Oppositionsparteien auf Verfassungsbruch klagten, entschied das höchste Gericht für Wade. Das Gesetz sei in seiner ersten Amtszeit verkündet worden und gelte nicht rückwirkend. Deshalb zähle diese Amtszeit nicht dazu.

Unter dem Slogan "Wir haben genug!" demonstrierten vor allem Jugendliche gegen den Altersstarrsinn des Präsidenten. Sie empfanden die Gerichtsentscheidung als neuen Beweis für die Korruption und den Amtsmissbrauch Wades. In seiner ersten Amtszeit noch als Volksheld gefeiert, konnte er seinen Wahlkampf diesmal nur mit einem starken Aufgebot von Polizei und Militär führen. Nacht für Nacht kam es in Dakar und anderen senegalesischen Städten zu gewalttätigen Demonstrationen.

Bei den Wahlen im Februar verfehlte Wade knapp die absolute Mehrheit und musste in einer Stichwahl antreten. Die Oppositionsparteien einigten sich auf den 50-jährigen Macky Sall als gemeinsamen Kandidaten, der jetzt seinen einstigen Mentor überzeugend schlug. Er diente Wade zuvor in mehreren Ministerämtern und war auch Chef seiner Regierung.

In seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg sprach Sall von "einer neuen Ära für Senegal" und sagte zu, energisch gegen die Arbeitslosigkeit und die hohen Lebensmittelpreise zu kämpfen. Dank der demokratischen Tradition des Senegal endeten die Wahlen friedlich. Wahlbeobachter der EU sprachen von "einer Lehrstunde in Demokratie für die Region".

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