Freihandel soll Wachstum und Jobs bringen

Die EU und die USA wollen die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Klappt es, geht es um viel Geld. Viele Kompromisse sind aber auch nötig.

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Transatlantisches Mammut-Projekt: Die Europäische Union und die USA beginnen Verhandlungen über die größte Freihandelszone der Welt. Die erste Gesprächsrunde könne im Juli starten, kündigte die EU-Spitze gestern am Montag am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland an. Der Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll vor allem für mehr Wachstum sorgen. Die Freihandelszone wäre mit 800 Millionen Einwohnern so groß wie keine andere auf der Welt.

"Vor zwei Jahren hätte kaum jemand gewettet, dass die USA und Europa in der Lage sein werden, diese transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) in Angriff zu nehmen", sagte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso. Laut EU-Berechnungen könnte ein Freihandelsabkommen für die EU einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 120 Milliarden Euro pro Jahr und 400 000 neue Arbeitsplätze bedeuten. Jeder einzelne Haushalt profitierte davon mit 545 Euro pro Jahr.

Die EU und die USA stehen gemeinsam für fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung. Rund ein Drittel der globalen Handelsströme entfallen allein auf sie. Jeden Tag werden etwa zwei Milliarden Euro in Gütern und Dienstleistungen zwischen beiden Seiten ausgetauscht. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein.

Wann das Freihandelsabkommen steht, ist unklar. "Ich kann nicht genau sagen, wie lange die Verhandlungen dauern werden", räumte Barroso ein und sprach von einigen Jahren.

Der Weg für die bilateralen Gespräche war erst in der Nacht zum Samstag freigemacht worden. Die zuständigen EU-Minister beschlossen nach längerem Streit eine gemeinsame Verhandlungsbasis mit den USA. Frankreich setzte sich dabei mit der Forderung durch, Film, Musik und andere Medien aus den Verhandlungen zunächst auszuschließen. Paris fürchtet, dass seine Kulturindustrie Nachteile in Kauf nehmen müsste, wenn Subventionen wegfallen.

Schwierige Verhandlungen werden insbesondere im Agrarbereich erwartet, wo auch die Regeln für die Einfuhr gentechnisch veränderter Futter- oder Lebensmittel vereinheitlicht werden müssten.

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