Blumen, Kerzen und Musik: Gedenken an den Terror von Paris

Ein Jahr nach der Terrornacht von Paris hat Frankreich mit eher stillen Gedenkfeiern an die 130 Opfer der islamistischen Anschläge erinnert. Präsident François Hollande enthüllte Tafeln mit den Namen der Getöteten am Stade de France, bei den betroffenen Pariser Bars und vor dem „Bataclan“.

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Geschützt durch Polizisten haben sich am Samstagabend Konzertbesucher zur Wiedereröffnung des „Bataclan“ versammelt. Foto: Ian Langsdon

Ein Jahr nach der Terrornacht von Paris hat Frankreich mit eher stillen Gedenkfeiern an die 130 Opfer der islamistischen Anschläge erinnert. Präsident François Hollande enthüllte Tafeln mit den Namen der Getöteten am Stade de France, bei den betroffenen Pariser Bars und vor dem „Bataclan“.

In dem Konzertsaal war am Vorabend erstmals seit den Anschlägen wieder Musik gespielt worden: Mit einem Konzert des britischen Musikers Sting feierte der traditionsreiche Veranstaltungsraum die Wiedereröffnung.

Zahlreiche Franzosen besuchten am Jahrestag die Anschlagsorte, hielten inne, legten Blumen und Kerzen nieder. Für die offiziellen Veranstaltungen am Vormittag hatten die Verantwortlichen sich für ein zurückhaltendes Gedenken entschieden: An jedem Tatort gab es eine Schweigeminute, außerdem wurden die Namen der Opfer vorgelesen. „Das war schwierig“, sagte der „Bataclan“-Überlebende Thierry vor Journalisten. „Mein Name hätte auf dieser Plakette stehen können.“

Der Sohn eines Opfers hielt am Stadion ein Plädoyer für Toleranz und gegen Stigmatisierung. Michael Dias rief dazu auf, sich der Furcht nicht zu beugen: Angesichts der Angst „müssen wir alle weiter in aller Freiheit voranschreiten“, sagte er. „Im Bewusstsein der Risiken, ohne jemals denen nachzugeben, die uns terrorisieren wollen.“

Die Attacke dreier Terrorkommandos der Organisation Islamischer Staat (IS) am 13. November 2015 hatte Frankreich schwer erschüttert. Das Land war seit Anfang vergangenen Jahres mehrfach Ziel islamistischer Anschläge, die Behörden warnen immer wieder vor der anhaltend hohen Terrorgefahr.

Premierminister Manuel Valls kündigte in einem BBC-Interview an, dass der nach den Pariser Anschlägen verhängte Ausnahmezustand sicherlich nochmals verlängert werde. „Wir müssen auch unsere Demokratie beschützen“, meinte Valls mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im April. Bislang gelten die umstrittenen Sonderrechte für die Behörden bis Ende Januar 2017.

Die deutsche Bundesregierung bekundete Frankreich am Jahrestag ihre Anteilnahme. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte auf Twitter: „Wir gedenken der Opfer. Deutschland steht an der Seite Frankreichs im Kampf gegen den Terror.“ Vizekanzler Sigmar Gabriel schrieb, die Lehre aus den Anschlägen sei mehr Freiheit, Offenheit und Menschlichkeit: „Unsere stärkste Waffe gegen Terroristen“.

Die Wiedereröffnung des „Bataclan“ war auch ein Symbol: „Diese Rückkehr des Lebens ins „Bataclan“ ist der Sieg der Jugend und der humanistischen Ideale über Terror und Spaltung“, erklärte Kulturministerin Audrey Azoulay. Zu dem Sting-Konzert kamen auch Angehörige von Opfern des Anschlags. „Wir haben heute zwei wichtige Aufgaben zu vereinbaren“, betonte der Sänger: An die Opfer zu erinnern und zugleich das Leben und die Musik zu feiern. Der Brite begann seinen Auftritt mit einer Schweigeminute und versprach: „Wir werden sie nicht vergessen.“

Die Terroristen hatten damals während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal den Saal gestürmt und dort 90 Menschen ermordet. Die US-Band kam am Sonntag auch zur Gedenkfeier vor dem „Bataclan“. Widersprüchliche Angaben gab es zu der Frage, ob das Management des Saals Frontsänger Jesse Hughes am Vortag gehindert hatte, zum Sting-Konzert zu kommen. Interview-Äußerungen von Hughes, in denen er Sicherheitsleute des „Bataclan“ verdächtigte, hatten beim Team des Konzertsaals vor einigen Monaten für Empörung gesorgt.

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Terror in Europa

Es ist die schlimmste Terrorserie in Europa seit mehr als zehn Jahren. Seit den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 und bekräftigt durch die jüngsten Anschläge im Juni 2017 in London, geht die Angst vor weiteren Attentaten in Europa um. Polizei und Militär jagen die Verantwortlichen.

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