Familiendynastie und "Ewiger Präsident"

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In Nordkorea leben 24 Millionen Menschen, das Land ist mit 122 000 Quadratkilometern um zwei Drittel kleiner als Deutschland. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Korea ein von China abhängiges Kaiserreich, dann geriet es unter japanische Herrschaft. 1945 besetzten sowjetische Truppen den Norden des Landes, die USA den Süden, die Trennung blieb nach dem Koreakrieg (1950 bis 1953) erhalten.

Kim Il-Sung: Nach der Besetzung Nordkoreas durch die Rote Armee installieren die Sowjets den ihnen bekannten Kim Il-Sung als neuen Machthaber in Pjöngjang. Seit Anfang der 40er Jahre hatte er als Gegner der Japaner in der Sowjetunion gelebt und auch in der Roten Armee gekämpft. Kim wird - auch durch regelmäßige Säuberungen in Partei- und Regierungsapparat - der starke Mann des Landes. Der Personenkult um den 1994 verstorbenen Diktator "Großen Führer" geht so weit, dass er auch nach seinem Tod das offizielle Staatsoberhaupt Koreas blieb, 1998 wurde er zum "Ewigen Präsidenten" ernannt. 2003 wurde in Nordkorea der Juche-Kalender eingeführt. Neu ist dabei die Jahreszählung, das Jahr 1 (Juche 1) ist das Geburtsjahr Kim Il-Sungs, 1912. Derzeit erlebt Nordkorea Juche 101 (2013).

Kim Jong-Il: Nach dreijähriger Trauerzeit übernahm Kim Il-Sungs Sohn Kim Jong-Il 1997 den Posten des Generalsekretärs der Partei der Arbeit Koreas, damit war er auch offiziell der Staatschef Koreas. Personenkult gab es auch um ihn, im Land war er zunächst der "geliebte Führer", später auch "Großer Führer", wie sein Vater. 2011 starb Kim Jong-Il. Im April 2012 wurde er zum "Ewigen Generalsekretär" und "Ewigen Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungskomitees der DVRK" ernannt.

Kim Jong-Un: Der Posten des Staatschefs blieb auch nach seinem Tod in der Familie. Kim Jong-Un beerbte seinen Vater im Dezember 2011. Als Erster Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees, Oberkommandierender der Volksarmee und Erster Sekretär der Partei der Arbeit Koreas ist er der "Oberste Führer" Nordkoreas. Seit seiner Machtübernahme wird gerätselt, ob der noch junge Kim Jong-Un, er ist gerade 30 Jahre alt geworden, das völlig isolierte Land öffnet oder zumindest kleine Reformen durchsetzen will. In seiner diesjährigen Neujahrsansprache sprach er davon, das Verhältnis zu Südkorea entspannen zu wollen. pit

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