Fall Schavan spaltet die Wissenschaft

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Am Fall Annette Schavan scheiden sich weiter die Geister. Führende Wissenschaftsvertreter machten der Universität Düsseldorf wegen der Aberkennung des Doktortitels der Bundesbildungsministerin schwere Vorwürfe. Diese habe "unentschuldbare, katastrophale Fehler" im Umgang mit der Plagiatsaffäre gemacht, kritisierte etwa der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. So habe die Uni die Vertraulichkeit nicht gewahrt und keine externen Gutachter hinzugezogen.

Demgegenüber hatte der Deutsche Hochschulverband das Vorgehen der Universität gerechtfertigt und der CDU-Politikerin den Rücktritt nahegelegt. Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, forderte sie zum Rücktritt auf. Unter Schülern und Studenten wisse man, "dass Schummeleien bei Prüfungsarbeiten zur Aberkennung der Prüfungsleistung führen".

Unterstützung bekam Schavan derweil auch vom Präsidenten der Humboldt-Universität Berlin, Jan-Hendrik Olbertz: "Vom Verfahren her ist die Entscheidung der Uni Düsseldorf anzuzweifeln." Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-Stiftung, sagte dem "Focus": "Eine Ministerin muss man nach ihrer Kompetenz und Leistung beurteilen. In dieser Hinsicht gibt es keinen Grund zum Rücktritt." Die zwei Wissenschaftler begleiten Schavan auf ihrer Südafrika-Reise, von der sie heute Abend zurückkehrt.

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