Trump will drei Millionen Illegale sofort ausweisen

Der künftige US-Präsident Donald Trump will nach seinem Amtsantritt in der Ausländerpolitik hart durchgreifen. Bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente sollen schnell ausgewiesen werden, sagte Trump in seinem ersten Fernsehinterview nach seiner Wahl.

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Donald Trump will bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente ausweisen: „Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein.“ Foto: Michael Reynolds/Archiv

Der künftige US-Präsident Donald Trump will nach seinem Amtsantritt in der Ausländerpolitik hart durchgreifen. Bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente sollen schnell ausgewiesen werden, sagte Trump in seinem ersten Fernsehinterview nach seiner Wahl.

Dies seien Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder. „Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein.“

Trump will mit Abstrichen auch an seinem umstrittenen Mauerbau an der Grenze zu Mexiko festhalten. Auf die Frage, ob er wirklich eine Mauer bauen wolle, antwortete Trump im CBS-Interview: „Ja“. In einigen Gebieten könnte es aber auch „etwas Einzäunung“ geben, sagte der 70-jährige Immobilienmilliardär, der am 20. Januar vereidigt wird.

Laut Trump-Berater Newt Gingrich wird der neue Präsident zwar eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, aber vermutlich nicht viel Zeit darauf verwenden, Mexiko dafür zur Kasse zu bitten. Dies hatte Trump immer wieder im Wahlkampf angekündigt.

Nachdem die Grenze wieder sicher sei und sich alles normalisiert habe, werde eine Entscheidung getroffen, was mit anderen Menschen ohne gültige Dokumente geschehe, sagte Trump. Er sprach in diesem Zusammenhang von „wunderbaren Menschen“. Insgesamt halten sich in den USA nach Schätzungen elf Millionen Menschen illegal auf.

In New York, Los Angeles, Chicago und anderen Städten versammelten sich am Samstag wieder Tausende zu Protesten gegen Trump. Der Sender CNN sprach von der bisher größten Protestaktion in New York nach der Wahl am Dienstag.

Der ranghöchste Republikaner, Paul Ryan, versuchte vor diesem Hintergrund die Wogen zu glätten. Trump werde zum Wohle aller Amerikaner arbeiten, sagte er dem Sender CNN. Niemand müsse sich fürchten. „Eine Massendeportation ist nicht das, worauf wir uns konzentrieren“, sagte der Kongresspolitiker. „Wir werden uns auf Grenzsicherheit konzentrieren.“

Nach den Worten einer engen Beraterin wird der designierte Nachfolger von Präsident Barack Obama einen anderen Regierungsstil verfolgen. Dies sei eine Regierung für die „vergessenen Männer und Frauen“, sagte Kellyanne Conway dem Sender Fox News. Allerdings könnten nicht nur Anfänger ernannt werden.

Die Schlüsselposition des Stabschefs im Weißen Haus will Trump nach Conways Worten zuerst vergeben. Eine Entscheidung stehe unmittelbar bevor, sagte die Beraterin. Der Stabschef ist der zweitwichtigste Mann im Weißen Haus. Er leitet den Mitarbeiterstab und entscheidet, wer Zugang zum Präsidenten bekommt.

Conway wollte nicht sagen, ob Republikaner-Chef Reince Priebus oder der Leiter von Trumps Wahlkampfteam, Steve Bannon, Stabschef im Weißen Haus werden soll. Beide sollen nach ihren Worten auf jeden Fall eine führende Rolle in der Regierung spielen. Mit Blick auf die anhaltenden Anti-Trump-Demonstrationen erklärte Conway: „Es ist wirklich an der Zeit für Präsident Obama und (Ex-)Außenministerin Clinton, den Protestierenden zu sagen: „Dieser Mann ist unser Präsident“.“

Die im Wahlkampf scharf kritisierte Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama will Trump anscheinend doch nicht ganz abschaffen. Einige Teile davon werde er übernehmen, sagte er in einem Interview des „Wall Street Journal“. Die Regelung, dass Versicherer Patienten nicht wegen Vorerkrankungen ablehnen können, halte er für richtig. Außerdem sollten auch künftig Kinder bis zum Alter von 26 Jahren bei ihren Eltern mitversichert bleiben können.

Als Kandidat hatte Trump die als „Obamacare“ bekannte Reform als „Katastrophe“ bezeichnet und angekündigt, er werde sie „als Erstes“ rückgängig machen. „Obamacare“ macht eine Krankenversicherung für alle zur Pflicht. Wer sie sich nicht leisten kann, erhält Zuschüsse. Nach Angaben der Obama-Regierung hat die Reform mit allen ihren Facetten insgesamt zusätzlich 20 Millionen Menschen eine Krankenversicherung gebracht.

Im Interview des „Wall Street Journal“ vermied Trump eine Antwort auf die Frage, ob er einen Sonderstaatsanwalt für Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um seine unterlegene Rivalin Hillary Clinton einsetzen werde. Das hatte er im Wahlkampf angekündigt. „Es ist nichts, über das ich besonders nachgedacht habe“, sagte Trump. Als vorrangig nannte er neben der Krankenversicherung die Themen Einwanderung, Grenzsicherheit, eine Steuerreform und Deregulierung im Finanzwesen.

In Brüssel beraten am Abend die EU-Außenminister über mögliche Konsequenzen der Wahl Trumps. Dieser hatte im Wahlkampf mit positiven Äußerungen über Russland und abschätzigen Bemerkungen über die Nato und die europäischen Bündnispartner irritiert.

Clinton macht indessen das Vorgehen von FBI-Direktor James Comey in der E-Mail-Affäre zumindest zum Teil für ihre Niederlage verantwortlich. Dem Sender CNN zufolge sagte sie in einer Telefonkonferenz mit Wahlkampfspendern, der Chef der Bundespolizei habe ihr einen „Doppelschlag“ verpasst, indem er am 29. Oktober die Einleitung neuer Untersuchungen publik gemacht und dann am Sonntag vor der Wahl bekanntgegeben habe, dass nichts Belastendes gefunden worden sei.

CBS-Interview

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