Ermittler durchsuchen Landratsamt

Heinz Wölfl, ehemals Landrat in Regen, hatte vor einigen Monaten Suizid begannen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Korruption.

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Im vergangenen Sommer schockte die Nachricht vom Tod des beliebten CSU-Kommunalpolitikers Heinz Wölfl seine Partei und insbesondere die Menschen im Bayerischen Wald. Wölfl, der langjährige Landrat in Regen, war mit dem Auto gegen einen Baum gefahren - er beging Selbstmord. Spielsucht und die damit verbundenen hohen Schulden - rund eine Million Euro soll Wölfl angehäuft haben - sollen den 58-Jährigen dazu gebracht haben, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aber es war noch mehr als das, wie nach und nach ans Licht kam: Wölfl soll aufgrund seiner Spielschulden bestechlich gewesen sein. Diese Woche haben 130 Polizisten 34 Objekte in Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsucht, um dem Verdacht der Korruption nachzugehen. Das Bild des auch vom politischen Gegner geachteten Landrats bröckelt.

Ausgangspunkt für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war ein anonymes Schreiben. Darin war behauptet worden, Wölfl habe von einem Unternehmer Geld für die Genehmigung des Baus eines Supermarkts verlangt. Zudem soll er sich von einem Bauunternehmer eine sechsstellige Summe geliehen haben. Dieser habe sich dadurch ein Entgegenkommen beim Kauf eines Grundstücks erhofft. Inzwischen werden 18 Personen, vor allem Gewerbetreibende und Selbstständige aus dem Raum Regen und Freyung-Grafenau verdächtigt, den Landrat geschmiert zu haben.

Auch das Landratsamt wurde durchsucht. Allerdings steht die Behörde selbst nicht im Visier, auch keiner der dort tätigen Angestellten des Landratsamts zählt zu den Beschuldigten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, die Auswertung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Nähere Angaben macht sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Ergebnisse will sie nach Abschluss der Ermittlungen auf drei Bürgerversammlungen bekannt geben.

Am Landratsamt hat inzwischen ein junger SPD-Politiker den Chefposten übernommen. Der 27 Jahre alte Michael Adam, zuvor Bürgermeister in Bodenmais, hatte sich überraschend klar gegen die CSU-Konkurrenz durchgesetzt, - ohne die Gerüchte um Wölfl zum Wahlkampfthema zu machen.

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