DOKUMENTATION: Brief an die Bundeskanzlerin

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Brief von 26 China-Korrespondenten an Angela Merkel: "Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, (. . .) leider haben sich die Arbeitsbedingungen ausländischer Journalisten in China nicht verbessert. (. . .) Polizei und Staatssicherheit behindern unverändert unsere Arbeit und drohen unverhohlen damit, unsere Visa nicht zu verlängern, wenn wir über "sensible" Themen berichten. Gesprächspartner werden weggesperrt oder unter Druck gesetzt, nicht mit uns zu reden. Unsere chinesischen Mitarbeiter werden von der Staatssicherheit aufgefordert, uns auszuspionieren. Sie werden davor gewarnt, sich mit kritischen Themen zu beschäftigen. Bei Recherchen vor Ort werden sie besonders bedroht - in Einzelfällen kommt es sogar zu Gewalttätigkeiten.

Viele Regionen sind für ausländische Journalisten gesperrt. Dazu zählen nicht nur Tibet, sondern immer wieder auch von Tibetern besiedelte Gebiete in den Provinzen Sichuan, Gansu und Qinghai sowie Teile der Autonomen Region Xinjiang, wo die Minderheit der Uiguren lebt. Von dort können wir oft nur unter erheblichem Risiko für unsere Mitarbeiter und Gesprächspartner berichten. (. . .)

Diplomaten der chinesischen Botschaft in Deutschland fordern Vorgesetzte in Heimatredaktionen auf, Einfluss auf ihre Korrespondenten zu nehmen und für weniger "kritische" Berichterstattung zu sorgen. Langjährige Korrespondenten, die seit den 90er Jahren in Peking arbeiten, sehen eine Verschlechterung der Lage selbst im Vergleich zu damaligen Bedingungen. Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, im Interesse einer guten und fairen Berichterstattung über China halten wir es für notwendig, diese Probleme auf höchster Ebene anzusprechen."

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