DOKUMENTATION · BETREUUNGSGELD: Vier Ex-Ministerinnen, eine Botschaft

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Die vier früheren Bundesfamilienministerinnen Rita Süssmuth (CDU), Ursula Lehr (CDU), Christine Bergmann (SPD) und Renate Schmidt (SPD) haben sich in einem gemeinsamen Appell gegen das von der Regierung geplante Betreuungsgeld gewandt. "Wir melden uns zu Wort, weil wir besorgt sind", schrieben die vier Ex-Ministerinnen in der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Betreuungsgeld sei "strukturell unwirksam, beschämend und diskriminierend für die Frauen, denn (es) ist nicht mehr als ein monatliches Taschengeld".

Es bestehe die Gefahr, dass speziell Mütter mit niedrigem Bildungsgrad ihre Kinder deswegen nicht mehr zur Kita schicken würden, heißt es in dem Aufruf weiter. "Gerade vor dem Hintergrund des absehbar unzureichenden Ausbaus der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren wäre es sinnvoller, die für das Betreuungsgeld eingeplanten Mittel in diesen Bereich zu investieren." Die Regierung solle daher "auf das geplante Betreuungsgeld verzichten".

Das Betreuungsgeld soll nach den Plänen der schwarz-gelben Koalition im September vom Bundestag beschlossen werden. Vorgesehen ist, dass Eltern, die ihre Kinder im zweiten Lebensjahr nicht in einer öffentlichen Kita betreuen lassen, ab Januar kommenden Jahres 100 Euro pro Monat erhalten. 2014 soll die Leistung auf 150 Euro erhöht und auf Kinder im dritten Lebensjahr ausgeweitet werden.

Auf die Einführung des Betreuungsgeldes dringt besonders die CSU. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer warnte unterdessen vor Risiken für eine "gesunde seelische Entwicklung" von Kindern, wenn diese zu früh in eine Kinderkrippe geschickt würden.

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