Deutschland dürfte Klimaziele deutlich verfehlen

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Deutschland droht seine Klimaziele für 2020 drastisch zu verfehlen. Ohne zusätzliche Maßnahmen dürfte nach einer Studie der Denkfabrik „Agora Energiewende“ bis dahin lediglich eine Minderung des Treibhausgasausstoßes um 30 bis 31 Prozent erreicht werden.

Die Bundesregierung war bislang von etwa minus 35 Prozent verglichen mit 1990 ausgegangen. Wiederholt zugesagt wurde eine Reduzierung um mindestens 40 Prozent. „Es gibt da eine Mauer des Schweigens und des Verdrängens“, sagte der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber in Berlin. Der Ausstoß an Treibhausgasen sinkt zu langsam, nach vorläufigen Zahlen stieg er 2016 sogar leicht an.

Nun schlagen die Experten von Agora, die unter anderem von der Mercator-Stiftung finanziert wird, Alarm: Im Zieljahr würden wohl 50 Millionen Tonnen mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen, als der sogenannte Projektionsbericht der Bundesregierung vorhersage. Gründe dafür seien etwa die gewachsene Bevölkerung, ein stärkeres Wirtschaftswachstum und der günstige Ölpreis. „Hier muss die nächste Bundesregierung ganz schnell nachlegen, um wenigstens in die Nähe des Ziels zu kommen“, sagte der Direktor von Agora Energiewende, Patrick Graichen.

Das Bundesumweltministerium ging zu dieser Prognose auf Distanz: Man teile die „äußerst negative Einschätzung“ nicht. Schon 2014 hatte die Bundesregierung ein Aktionsprogramm beschlossen, weil sich abzeichnete, dass aus dem 2020-Ziel nichts wird. Schellnhuber kritisierte eine „ungeheure Trägheit des politischen Betriebs“. Eine, drei oder fünf Katastrophen reichten offenbar nicht aus, „wahrscheinlich braucht es 20 im Jahr.“

Dabei liefert der Sturm ein „Irma“ dramatisches Beispiel. „Ich kann Ihnen versichern, dass die Wissenschaft genügend Belege dafür hat, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat, dass die Stürme stärker werden“, sagte er.

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