Das Seidenstraßen-Projekt: China strebt nach mehr Einfluss

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Dieses goldfarbene Modell einer Brücke wirbt in Peking für den Gipfel zum Thema „Neue Seidenstraße“.  Foto: 

Es wird ein illustres Treffen, der große Seidenstraßen-Gipfel in Peking am Wochenende. Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko reist ebenso an wie Russlands Präsident Wladimir Putin und der für seine brutale Drogenpolitik höchst umstrittene philippinische Regierungschef Roberto Duterte. Ihr türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan ist mit von der Partei – und eine Reihe autokratischer Präsidenten Zentralasiens wie etwa Nursultan Nasarbajew aus Kasachstan werden auch erwartet.

In der Runde der 29 Staats- und Regierungschefs und Vertreter von 110 Ländern wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allerdings fehlen, sie schickt als Ersatz Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD).

Angekündigt ist die Veranstaltung als „Gipfel zur neuen Seidenstraße“ – dem chinesischen Großprojekt von Handelsrouten bis nach Westeuropa, das in China auch als „One Belt, One Road“ (ein Gürtel, eine Straße) bezeichnet wird. Es ist ein gigantisches Investitionsprogramm in neue Straßen, Tiefseehäfen, Containerterminals, Pipelines, Stromnetze, Flughäfen sowie Schienen- und Wasserwege. In Anlehnung an die antike Seidenstraße, die einst das Reich der Mitte mit dem Orient verband und chinesische Güter bis ins Römische Reich brachte, will Staatschef Xi Jinping diese historische Handelsroute zwischen Ostasien und Europa wiederbeleben.

Pekings Vision geht von zwei Routen aus: Die eine (der „Gürtel“) erstreckt sich von China über die zentralasiatischen Staaten bis nach Europa. Sie ist damit ziemlich deckungsgleich mit der historischen Seidenstraße. Die zweite, „maritime Seidenstraße“ führt über das Südchinesische Meer, den Indischen Ozean nach Afrika und in den Nahen Osten, übers Rote Meer und den Suezkanal bis ins Mittelmeer.

Es handelt sich um Xi Jinpings ehrgeizigstes Vorhaben. Will die chinesische Regierung wirklich alles verwirklichen, was ihr vorschwebt, wird nach Ansicht der Asian Development Bank (ADB) bis 2030 ein Investitionsvolumen von über 26 Billionen Dollar (24 Billionen Euro) nötig sein.  Die Regierung in Peking hat bereits einen staatseigenen Seidenstraßen-Fonds aufgelegt, der in den zentralasiatischen Ländern den Straßen- und Schienenbau möglich macht.

Das Projekt werde „den weltweiten Handel beleben“, glaubt die Zeitung „Global Times“. Es breche eine  neue Ära der Globalisierung an. Auch andere Staatsmedien betonen die  Chancen. Westliche Diplomaten sehen das kritisch. „Das ist keine Win-Win-Situation“, sagt ein ranghoher EU-Diplomat. „China sucht die Vorherrschaft.“

Der Gipfel zur „Neuen Seidenstraße“ soll das größte diplomatische Ereignis des Jahres in China werden. In China ist das Projekt auch als „Ein Gürtel, eine Straße“ bekannt. Zu dem Treffen am Sonntag und Montag reisen 28 Staats- und Regierungschefs nach Peking. Mit einem Anfangsbudget von umgerechnet rund 40 Milliarden US-Dollar (36,79 Millarden Euro) sollen Straßen, Häfen, Schienennetze entstehen. Die Summe ist nach oben offen – und ein großer Teil soll als Kredite vergeben werden. Felix Lee

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