Cyber-Angriff: Microsoft erhebt Vorwürfe gegen Regierung

|
Wartende Taxifahrer in Peking: Mehr als 20.000 Tankstellen des chinesischen Öl-Giganten CNPC gingen offline. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv

Nach der globalen Cyber-Attacke hat der Software-Konzernriese Microsoft den Regierungen eine Mitschuld gegeben. Der Angriff sei ein weiteres Beispiel, warum das Lagern von Schadprogrammen durch Regierungen ein solches Problem sei, schrieb Microsoft-Chef Brad Smith in einem Blog.

Der Angriff sollte ein Weckruf sein. Ein vergleichbares Szenario mit konventionellen Waffen wäre, wenn dem US-Militär einige seiner „Tomahawk“-Marschflugkörper gestohlen würden.

Bei der Attacke am Freitag nutzte die Software eine Sicherheitslücke im Microsoft-Betriebssystem Windows aus, über die sie automatisch neue Computer anstecken konnte. Diese Schwachstelle hatte sich einst der US-Geheimdienst NSA für seine Überwachung aufgehoben, vor einigen Monaten hatten unbekannte Hacker sie aber publik gemacht.

Betroffen von dem Angriff waren Computer auf der ganzen Welt. Sie wurden von sogenannten Erpressungstrojanern befallen, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Microsoft hatte zwar im März die entsprechende Sicherheitslücke geschlossen - geschützt waren aber nur Computer, auf denen das Update installiert wurde.

Wie die „Welt“ berichtet, werden nach TÜV-Einschätzung auch Aufzüge anfälliger für Cyber-Angriffe. Das gehe aus dem neuen Anlagensicherheits-Report 2017 hervor. Gründe dafür seien die rasche Digitalisierung der Aufzugsteuerung sowie mögliche Sicherheitslücken in der Betriebssoftware. Eine TÜV-Süd-Vertreterin weise in dem Report darauf hin, dass die Fernwartung von Aufzügen immer öfter über das Internet erfolge, schreibt die „Welt“. Aufzugsdaten lägen häufig in der Cloud.

Was kann man als Verbraucher machen?

Die Software immer auf dem neuesten Stand halten, ist heutzutage die absolute Mindestanforderung. Außerdem sollte man eine Firewall einsetzen, die den Datenverkehr überwacht - auch innerhalb des eigenen Netzwerks, damit ein Gerät nicht andere anstecken kann. Schließlich sollte man die jahrelangen Warnungen von Experten beherzigen, nicht übereilt auf Links in E-Mails zu klicken.

Und was tun, wenn man von einem Erpressungstrojaner erwischt wurde?

Im Idealfall hat man auch als Privatnutzer ein frisches Backup, aus dem man den Computer wiederherstellen kann. Die Firmen und auch die Behörden raten grundsätzlich davon ab, den Kriminellen Lösegeld zu zahlen, um deren Geschäft nicht zu befeuern.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Betrunkener Autofahrer rammt Polizeiwagen - Drei Verletzte

Ein betrunkener Autofahrer hat in Eberhardzell (Landkreis Biberach) einen Polizeiwagen derart gerammt, dass ein Polizist im Auto schwer verletzt wurde. weiter lesen

Unfall mit Streifenwagen-