Clinton nimmt Nominierung als Präsidentschaftskandidatin an

Jetzt ist es ganz offiziell: Hillary Clinton wird für die US-Demokraten um die Präsidentschaft kämpfen. Erstmals hat eine Frau reelle Chancen, US-Präsidentin zu werden. Die Wahlschlacht gegen Donald Trump kann beginnen.

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Anmerika! Die Amerikaner entscheiden am 8. November über die Nachfolge des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama. Foto: Tannen Maury

Donald Trump gegen Hillary Clinton: Das historische Präsidentschaftsrennen in den USA, an dem erstmals eine Frau teilnimmt, ist eröffnet.

Die frühere Außenministerin, Senatorin und First Lady ist jetzt auch offiziell Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Die 68-Jährige nahm am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einem Parteitag in Philadelphia (Pennsylvania) ihre Nominierung an - bei einer großen Party mit Feuerwerk und einem Luftballonregen.

Clinton nutzte ihre Parteitagsrede zu einem Frontalangriff gegen Trump. "Donald Trump bietet keinen echten Wandel. Er bietet leere Versprechungen", rief Clinton den mehr als 4700 Delegierten des Parteitages zu. Trumps Aussage, er werde im Falle seiner Präsidentschaft US-Militärhilfen für Nato-Partner an Bedingungen knüpfen, konterte die frühere Chefdiplomatin: "Ich bin stolz darauf, unseren Alliierten in der Nato beizustehen, gegen alle Bedrohungen, denen sie gegenüberstehen, darunter auch aus Russland."

Trump feuerte via Social Media zurück. "Niemand hat ein schlechteres Urteilsvermögen als Hillary Clinton. Korruption und Verwüstung folgen ihr überallhin, wohin sie auch geht", schrieb der 70 Jahre alte Populist im Netzwerk Twitter.

Die 68 Jahre alte Clinton war am Dienstag mit der großen Mehrheit der über 4700 Delegierten zur Kandidatin der Demokraten gewählt worden. Sie setzte sich auf dem Parteitag gegen ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders durch - so wie es das Ergebnis der Vorwahlen in allen Bundesstaaten und Territorien des Landes vorgegeben hatte.

Clinton ist die erste Frau überhaupt, die von einer der beiden großen US-Parteien ins Rennen um das Weiße Haus geschickt wird. Die Amerikaner entscheiden am 8. November über die Nachfolge des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama, der nach seiner zweiten Amtsperiode nicht mehr kandidieren kann.

Neben der Kritik an Trump stellte Clinton die Gemeinsamkeiten und den Zusammenhalt der Amerikaner in den Mittelpunkt ihrer Rede. "Glaubt niemandem, der Euch sagt, er könne alles alleine lösen", sagte sie in Anspielung auf ihren republikanischen Gegenspieler. "Eure Anliegen sind unsere Anliegen."

Clinton bekannte sich zur Standhaftigkeit im Kampf gegen Bedrohungen wie den internationalen Terrorismus. "Wir sehen mit klarem Blick, was auf unser Land zukommt", sagte sie. "Aber wir haben keine Angst. Wir werden mit der Herausforderung wachsen, wie wir es stets getan haben".

Meinungsforscher sehen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Clinton und ihrem Kontrahenten. Der populistische Republikaner hat zuletzt aufgeholt und vor allem in ländlichen Regionen bei weißen, männlichen Wählern mit vergleichsweise niedrigem Bildungsniveau punkten können. Clinton hat viele Menschen aus der schwarzen und der lateinamerikanischen Minderheit hinter sich.

Präsident Barack Obama und weitere führende Köpfe der Demokraten hatten Clinton am Vortag attestiert, bestens für das Präsidentenamt gerüstet zu sein. Zuvor schon hatte ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton die menschlichen Fähigkeiten seiner Frau herausgestellt. Hillary habe sich von früher Jugend an für Benachteiligte eingesetzt, sagte er unter anderem.

Tochter Chelsea stellte ihre Mutter als Frau vor, die ihr ganzes Leben dem Kampf für Kinder und Familien gewidmet hat. "Ich werde eine Kämpferin wählen, die niemals aufgibt und immer daran glaubt, dass es noch besser geht - wenn wir nur zusammen kommen und miteinander arbeiten".

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