CDU klarer Sieger an der Saar

Im Saarland hat die CDU die Nase vorn. Regierungschefin Kramp-Karrenbauer macht weiter - mit der enttäuschten SPD. Die FDP erlebt ein Desaster.

|

Klarer als erwartet hat die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die vorgezogene Landtagswahl an der Saar gewonnen und kann, wie angekündigt, mit der SPD weiterregieren. Die ums Überleben kämpfende FDP erlitt mit 1,2 Prozent (2009: 9,2 Prozent) ein historisches Fiasko und flog aus dem Saar-Landtag - dem sechsten Landesparlament innerhalb eines Jahres.

Nach dem amtlichen Endergebnis ließ die CDU mit 35,2 Prozent die zuvor ähnlich stark eingeschätzte SPD (30,6 Prozent) von Herausforderer Heiko Maas klar hinter sich. Maas scheiterte damit bereits zum dritten Mal im Kampf um das Amt des Ministerpräsidenten. CDU und SPD hatten vor der Saar-Wahl angekündigt, im kleinsten deutschen Flächenland eine große Koalition bilden zu wollen - zur Not auch jeweils als Juniorpartner.

Die Piratenpartei schaffte mit 7,4 Prozent aus dem Stand den Sprung ins Parlament. Auch die Grünen (5,0) kamen in den Landtag, mussten aber bis zuletzt zittern. Die Linke erlitt Verluste, blieb aber mit 16,1 Prozent drittstärkste Partei. Ein rechnerisch mögliches rot-rotes Bündnis hatte die SPD schon vor der Wahl ausgeschlossen. Maas sagte dazu: "Ich werde den Gremien der SPD vorschlagen, dass wir Koalitionsgespräche mit der CDU aufnehmen."

Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: "Die Saarländer wollen deutliche Verhältnisse, sie wollen eine große Koalition, und sie wollen Annegret Kramp-Karrenbauer als Ministerpräsidentin." Ihre Partei werde schnell in Koalitionsgespräche mit den Sozialdemokraten eintreten. "Es wird eine Koalition auf Augenhöhe sein", sagte die CDU-Regierungschefin.

Maas bekräftigte, eine Koalition mit der Linken stehe nicht zur Debatte. "Wir haben vor der Wahl das gesagt, was wir nach der Wahl tun." Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel lehnte Gespräche mit der Linken an der Saar ab. "Das will auch die klare Mehrheit unserer Wähler nicht." Mit dem Kurs von Lafontaine, "allen alles zu versprechen", sei das Land nicht zu führen.

Die Neuwahl im Saarland wurde nötig, weil Anfang des Jahres die schwarz-gelb-grüne Koalition überraschend zerbrochen war. Die Wahlbeteiligung lag gestern bei 61,6 Prozent. 2009 hatten noch 67,6 Prozent der Bürger abgestimmt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Drama von Eislingen: Opfern die Kehle durchgeschnitten

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. weiter lesen