Bürger trauen Behörden im Netz nicht

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Die NSA-Spähaffäre wirkt sich auch auf das so genannte eGovernment in Deutschland aus. Die Möglichkeit, Behördengänge auf elektronischem Weg von zu Hause zu erledigen, wurde innerhalb eines Jahres um neun Prozent weniger genutzt, teilte die Initiative D 21 bei der Vorstellung des eGovernment-Monitors 2013 mit. Die Anzahl der Nutzer sank zwischen 2012 und 2013 von 45 auf 36 Prozent.

Besonders deutlich sei der Vertrauensverlust in der Gruppe der jüngeren gut ausgebildeten Männer, sagte die Leiterin der Studie, Petra Wolf, vom Münchner Institute for Public Information Management. Dramatisch fallen die Zahlen beim Thema Datensicherheit aus. 61 Prozent gaben an, Angst vor Datendiebstahl zu haben. "Das sind 57 Prozent mehr als im Vorjahr", sagte Wolf. 67 Prozent haben Bedenken, dass ihre Daten nicht sicher übertragen werden, 62 befürchten, zum "gläsernen Bürger" zu werden, 59 Prozent unterstellen den Behörden mangelhafte Sorgfalt im Umgang mit ihren Daten.

Die fehlende Akzeptanz des eGovernment nannte die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Innenstaatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, einen "bedenklichen Trend". "Wir müssen das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen", sagte sie. Der Vizepräsident der Initiative 21, Robert Wieland: "In der Nach-NSA-Ära ist nichts mehr wie es war."

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